Hallenser Senioren-Convent


Der Hallenser Senioren-Convent ist der Senioren-Convent der Corps an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit seiner über 200-jährigen Geschichte gehört er zu den ältesten studentischen Institutionen.

Nach der Gründung der Friedrichs-Universität Halle im Jahr 1694 sind auch alte Landsmannschaften schon bald nachweisbar. Von deren Existenz zeugt ein königliches Hof-Reskript vom 22. November 1717, das die Behörden veranlasste, Landsmannschaften zu unterdrücken.[1] In der Folge etablierten sich die von anderen Universitätsstädten bekannten Orden, doch auch Landsmannschaften tauchten immer wieder auf, standen jedoch meist mit einem der Orden in näherer Verbindung. Bei der Huldigung des Ministers Eberhard von der Recke am 21. Oktober 1786 sind Schlesier, Magdeburger, Westfalen, Märker, Ostfriesen, Preußen, Halberstädter und Pommeraner nachgewiesen, die auch schon bestimmte Farben an ihren Uniformen und Hüten trugen.[2]

Mit der Stiftung des westfälischen Kränzchens 1789 änderte sich die Stellung der Kränzchen zu den Orden und sie begannen sich deutlich von letzteren abzugrenzen. Dem Beispiel der Westfalen folgten 1791 die Schlesier, Pommern und Märker und 1792 die Magdeburger, die nun offen ordensfeindlich auftraten und ihren Mitgliedern die Mitgliedschaft in einem Orden untersagten.[3] Die ersten Jahre sind oft davon geprägt, dass Ordensmitglieder versuchten die Kränzchen zu unterwandern und zu sprengen, was ihnen nur teilweise gelang. Im Jahr 1795 stiftete sich außerdem noch ein halberstädtisches Kränzchen. Da auch die Behörden versuchten, die Orden zu unterdrücken, duldeten sie die Kränzchen zunächst, da sie ihnen dabei behilflich waren. Dies ging soweit, dass Professoren öffentliche Kommerse der Kränzchen besuchten[4] und Vertreter der Marchia 1794 sogar nach Berlin reisten, um mit dem Kultusminister über das bevorstehende Universitätsjubiläum zu beraten.[2] Nachdem die Orden weitestgehend zurückgedrängt waren, begannen die Behörden auch die Kränzchen zu verfolgen und es erging am 8. März 1796 ein erstes Verbot, weshalb sich alle Kränzchen am 31. März 1796 auflösten. Die meisten rekonstituierten aber schon wenige Monate später.[5]


Hallenser Senioren-Convent (1884)
Silhouette des Sachsen Kahmann, der am Duell bei Reideburg beteiligt war
Westfälische, sächsische und schlesische Burschentracht in Halle um 1805
Tasse mit Bundeszeichen der Teutonia von 1814
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Der Hallenser SC-Comment von 1820 – Erste und letzte Seite
Gasthaus zum Pflug
Der Kösener Senioren-Convents-Verband im Jahr 1859
Kramers Restaurant, SC Pauklokal in den 1920er Jahren, Innenansicht
Vollwappen des Corps Saxonia Konstanz
Pfeifenkopf mit Silhouettendarstellung der Salingia Halle von 1851