Hausrind


Das Hausrind oder schlicht Rind (Bos taurus,[1] lateinisch früher schlicht Bos) ist die domestizierte Form des eurasischen Auerochsen. Es wurde zunächst wegen seines Fleisches, später auch wegen seiner Milch und Leistung als Zugtier domestiziert. Seitdem hat der Mensch eine Anzahl unterschiedlicher Rinderrassen gezüchtet, in die teilweise auch Wildrinder (etwa der Amerikanische Bison beim Beefalo) eingekreuzt wurden. Rinder sind Spitzengänger und Paarhufer.

Die Zebus (Bos indicus) stammen von der indischen Form des Auerochsen ab. In Abgrenzung von Rassen zebuinen Ursprungs bezeichnet man die in Europa üblichen Hausrinder als taurine Rinder. Der Vorfahr der Zebus wird von manchen Autoren auch als eigene Art (Bos namadicus) geführt, was aufgrund der Ähnlichkeit mit den restlichen Auerochsentypen und der uneingeschränkten Kreuzbarkeit des Zebus mit taurinen Hausrindern nicht vollständig geteilt wird.[2]

Vor allem in Asien sind weitere Tiere domestiziert worden, die von anderen Arten abstammen, so das Balirind (Bos javanicus f. domestica) aus dem Banteng (Bos javanicus), der Gayal (Bos gaurus f. frontalis) aus dem Gaur (Bos gaurus) und der Hausyak (Bos mutus f. grunniens) aus dem Wildyak (Bos mutus).

Im Gegensatz zu den bisher genannten Arten, die der Gattung Bos (Eigentliche Rinder) angehören, zählt der Wasserbüffel (Bubalus arnee) zur Gattung Bubalus (Asiatische Büffel). Aus ihm wurde der Hausbüffel gezüchtet.

Heute geht man davon aus, dass die taurinen Hausrinder, die in Europa und Nordamerika üblicherweise gehalten werden, ursprünglich aus Anatolien und dem Nahen Osten stammen, wo der Auerochse, Bos primigenius, ebenfalls vorkam. DNA-Untersuchungen ergaben, dass sich bereits die Ahnen der taurinen Rinder und der Zebus genetisch unterschieden und somit unabhängig voneinander domestiziert wurden.

Die Domestizierung zum taurinen Hausrind fand bereits vor rund 10.000 Jahren statt.[3] Als Bestätigung gilt, dass um diese Zeit Ackerbauern zusammen mit Rindern und weiteren Nutztieren, die sich damals äußerlich noch nicht von den Wildtieren unterschieden, auf das bis dahin rinderlose Zypern gelangten.[4] Die Zebus wurden aus der indischen Form des Wildrindes (Bos namadicus) gezüchtet; teilweise wird diese Wildform auch als Unterart des Auerochsen aufgefasst.


Lebendrekonstruktion des europäischen Auerochsen: Stier (links), Kuh (rechts)
Zebubulle. Das Zebu (Buckelrind) gilt als Nachfahre des indischen Auerochsen Bos namadicus
Buša-Rind
Mastkuh in Mecklenburg
Sömmerung von Milchkühen am Simplonpass im Wallis
Bulle
Zuchtbulle
Stier auf einer Schweizer-Franken-Banknote (1938)
Enthornte Rinder
Junges Rind mit einer Hornführung
Kühe, Gemälde von Anton Braith aus dem Braith-Mali-Museum in Biberach/Riß
Skulpturen der Stiere
Chillingham-Rinder leben seit Jahrhunderten wild in England
Skelett des Rindes
Magen eines Hausrindes:
b Pansen, c Netzmagen,
d Blättermagen, e Labmagen
(a Speiseröhre, f Darm)
Lautäußerung Hausrind
Simmentaler Fleckvieh als Beispiel eines taurinen Hausrindes
Kreuzungen verschiedener Rassen sind in Namibia sehr erfolgreich. Hier zwischen Brahmanen, Hereford, Simbra und Braunvieh
Watussirinder zählen zur Gruppe der Sanga-Rinder