Heraldik


Heraldik ist die Lehre von den Wappen und ihrem Gebrauch. Die Gestaltung der Wappen, der Umgang mit diesen und gegebenenfalls die rechtlichen Regelungen unterscheiden sich nach Raum, Zeit, sozialem Milieu und teilweise nach einzelnen Institutionen. Dementsprechend spricht man z. B. von schottischer Heraldik im Unterschied zur englischen oder von kirchlicher Heraldik im Unterschied zur weltlichen. Historisch war die Heraldik eng verbunden mit den Institutionen, die die Vergabe von Wappen kontrollieren und damit verbundene Konflikte regeln, insbesondere den Heroldsämtern. Dabei kann man drei wichtige Teilbereiche unterscheiden:

Seit dem späten 19. Jahrhundert teilt sich die Heraldik im deutschsprachigen Raum in zwei zunehmend getrennte Disziplinen:

Die Heraldik als eine eigene Disziplin hat sich allmählich entwickelt, nachdem Wappen weit verbreitet waren. Diese kamen in Nordwesteuropa im 12. Jahrhundert auf; die ersten Belege stammen aus dem Hochadel im heutigen Nordfrankreich und England. Relativ schnell wurden Wappen aber auch von anderen Gruppen genutzt, insbesondere von Kommunen, Niederadeligen und in der Kirche (Bistumswappen). Wappen wurden in militärischen Kontexten genutzt, als Hoheitszeichen, auf Siegeln und Münzen sowie zu vielen anderen Zwecken. (Siehe den Hauptartikel: Wappen.)

Das früheste Indiz für die Entstehung der Heraldik ist die Ausbildung einer eigenen Terminologie zur Beschreibung von Wappen in England und Nordfrankreich ab dem 13. Jahrhundert. Andere Quellen, die über eine explizite Beschäftigung mit Wappen berichten, fehlen für das 13. Jahrhundert vollständig und auch für das 14. Jahrhundert weitgehend. Zwar wird bereits Ende des 12. Jahrhunderts im Chevalier de la charrette ein Herold (hyraut) erwähnt, und die Episode legt auch nahe, dass ein Herold in dieser Zeit den Träger eines Wappen erkennen sollte (wenngleich der Herold im Chevalier daran kläglich scheitert).[1] Aus solchen literarischen Quellen kann man aber nicht schließen, dass Herolde bereits im 12./13. Jahrhundert Experten für Wappen waren oder gar den Gebrauch derselben kontrollierten. Es gibt aus dieser Zeit auch keine Schriftquellen, in denen heraldische Regeln formuliert worden wären.


Ströhls Heraldischer Atlas von 1899 ist ein gutes Beispiel für ein heraldisches Musterbuch und zugleich Lehrbuch der "modernen Heraldik". Die Wappendarstellungen hier sind Nachzeichnungen der Zürcher Wappenrolle.
Drei Schlüssel als Gemeine Figur im Wappen von Obersiggenthal
Verschiedene Schildtopographien:
1 geteilt, 2 gespalten
3 und 4 Mischformen
5 geviert, 6 geviert mit Herzschild
7 und 8 schräg geteilt
Extrembeispiel für Schildteilung aus der englischen Heraldik: ein Familienwappen mit 719 Feldern
Verschiedene Tinkturen
Beispiel für eine Blasonierung:
„Das Wappen der Stadt Leipzig zeigt in gespaltenem Schild rechts in Gold einen nach rechts aufsteigenden rot gezungten und rot bewehrten schwarzen Meißner Löwen, links in Gold zwei blaue Landsberger Pfähle.“
Schematisches Bischofswappen
Couleurgegenstände des Corps Austria Frankfurt am Main (schwarz-weiß-gelb)