Hodenkrebs


Als Hodenkrebs oder auch Hodenkarzinom wird ein bösartiger Hodentumor bezeichnet, der vor allem junge Männer in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren befällt. Hodenkrebs ist in dieser Altersgruppe die häufigste Krebserkrankung. Sie wird meist durch Selbstabtastung entdeckt.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist der Hodenkrebs eher selten. Er macht nur etwa ein bis zwei Prozent aller bösartigen Tumoren aus. In den Altersklassen der 2- bis 4-jährigen und 15- bis 19-jährigen Jungen ist es aber der häufigste Krebs. Im Durchschnitt erkranken acht bis zehn von 100.000 Männern.[1] In Deutschland erkranken sogar jährlich zehn von 100.000 männlichen Einwohnern.[2] Das sind dort etwa 4000 Diagnosen, rund 150 Männer versterben an der Erkrankung.[3] Die Häufigkeit von Keimzelltumoren des Hodens ist in den USA und in Europa angestiegen.[4] In den USA erkrankten 1992 5,7 von 100.000 Männern über 15 Jahre an Hodenkrebs, 2009 waren es 6,8. Der Anteil der Seminome war altersabhängig: 29 % im Alter von 15–26 Jahre, 78 % bei über 40-Jährigen. In der europäischen "EUREG database" wurde in 15 von 19 Ländern ebenfalls ein Anstieg der Hodenkrebsrate gefunden.[4]

Der größte Risikofaktor für Hodenkrebs ist der Hodenhochstand (Maldescensus testis). Der Hoden ist dabei in der Leistengegend verblieben oder wandert dahin zurück und verbleibt nicht wie üblich im Hodensack.

Klassisches Leitsymptom des bösartigen Hodentumors ist die schmerzlose Größenzunahme des Hodens mit einer tastbaren Knotenbildung innerhalb des Hodens. Jede Vergrößerung des Hodens ist tumorverdächtig und muss ärztlich untersucht werden.

Bösartige Neubildungen des Hodens werden grundsätzlich nach dem Gewebe, aus dem sie entstehen, eingeteilt. Zu 95 % sind die entarteten Zellen Keimzellen, die restlichen fünf Prozent der Tumoren bilden sich aus dem Binde- und Stützgewebe. Den größten Teil in der zweiten Gruppe machen die Leydigzelltumoren aus. Die Keimzelltumoren wiederum werden unterteilt in Seminome und Nichtseminome.

Die Prognose ist bei Seminomen insgesamt besser, weil die Metastasierungsneigung bei den Seminomen weniger stark ausgeprägt ist als bei den Nichtseminomen. Wichtig ist, wie bei den meisten Malignomen, die Früherkennung, da dies der wichtigste Faktor für bessere Heilungschancen ist.


Präparat eines Seminoms
OP-Narbe nach einer Orchiektomie (rechts)