Hoesch AG


Die Hoesch AG war ein bedeutendes Stahl- und Montanunternehmen mit Standorten im Ruhrgebiet und im Siegerland. Es wurde 1871 von Leopold Hoesch in Dortmund als Eisen- und Stahlwerk Hoesch AG gegründet und 1992 vom damaligen Krupp-Konzern (heute ThyssenKrupp) übernommen.

Die Familie Hoesch war lange vor der Gründung des Dortmunder Unternehmens mit verschiedenen metallverarbeitenden Betrieben in der Eifel ansässig und betrieb Werke in Monschau, Lendersdorf bei Düren (seit 1819) und Eschweiler (seit 1847).[1]

1871 gründete Leopold Hoesch zusammen mit seinen Söhnen Wilhelm (1845–1923) und Albert Hoesch (1847–1898) sowie seinen Vettern Viktor (1824–1888) und Eberhard Hoesch (1827–1907) in Dortmund in der damaligen Provinz Westfalen ein neues Eisen- und Stahlwerk, um die Standortvorteile des aufstrebenden Ruhrgebiets (reiche Kohlevorkommen, Eisenbahn für den Erztransport) auszunutzen.

Das neue Unternehmen überstand die Gründerkrise und übernahm 1899 die Zeche Westfalia mit der zugehörigen Kokerei Kaiserstuhl. In der Weimarer Republik war die Hoesch AG eines der wenigen Schwerindustrie-Unternehmen, die nicht in die Vereinigten Stahlwerke integriert wurden. 1930 fusionierte Hoesch mit dem Köln-Neu-Essener Bergwerksverein, 1966 mit der Dortmund-Hörder Hüttenunion.

Nach der Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933 diente Hoesch als Rüstungskonzern der Herstellung von Panzergehäusen der Typen Panther und Tiger II, von Panzermunition, Geschützrohren und Panzerblechen. Im Zweiten Weltkrieg griff das Unternehmen umfangreich auf Zwangsarbeiter zurück. Im Dezember 1944 waren über ein Drittel der Arbeiter beim Hüttenwerk Hoesch Zwangsarbeiter.[2]

1965 erwirtschaftete der Hoesch-Konzern einen Umsatz von 2,358 Milliarden DM und beschäftigte 48.600 Mitarbeiter. Zu dieser Zeit arbeitete ein Fünftel der in Lohn und Brot stehenden Dortmunder Bevölkerung bei „Karl Hoesch“. Dieser Begriff war unter Hoeschianern eine liebevoll gemeinte Respekterklärung und steht als pars pro toto besonders für alles, was mit dem Unternehmen Hoesch zu tun hat.


Ansicht der Westfalenhütte um 1896
Die ehemalige Hoesch-Zentrale in Dortmund
Sammelaktie über 1000 × 1000 RM der Hoesch AG vom Januar 1943
Industrieruine des ehemaligen Hoesch-Konzerns
Erich Honecker und weitere Mitglieder der Partei- und Staatsführung der DDR mit dem Vorstandsvorsitzenden der Hoesch-AG Detlev Rohwedder (r) sowie Hans Otto Bräutigam (2.v.r.), Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, 1985
Gasometer auf Phönix-West mit Hoesch-Schriftzug
Hörder Burg nach der Sanierung 2011
Hoesch-Museum, Dortmund
Leopold-Hoesch-Museum, Düren