II. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)


Der Verband wurde am 3. April 1820 durch Teilung des Armee-Korps in Brandenburg und Pommern als II. Armee-Korps errichtet. Standort des Generalkommandos war zunächst Berlin, ab 1837 Stettin, dann bis 1870 wieder Berlin und schließlich bis zur Auflösung 1919 erneut Stettin.

Zu Beginn des Krieges gegen Frankreich 1870 wurde General von Fransecky am 11. Juli 1870 mit dem Kommando des Korps betraut. Als Chef des Generalstabes fungierte Oberst von Wichmann, die unterstellte 3. Division führte Generalmajor von Hartmann und die 4. Division stand unter der Führung von Generalmajor Hann von Weyhern.[2] Das Korps sammelte sich im Raum Berlin und wurde vorerst als Reserve zurückgehalten, bis die Haltung des Kaiserreichs Österreich geklärt war. Am 15. August stand das Korps bei Herny auf den französischen Kriegsschauplatz und griff am 18. nachmittags im Abschnitt der 1. Armee in die Schlacht von Gravelotte ein. Der Angriff wurde dabei noch am Abend zur Unterstützung des vor dem Pachthof St. Hubert festgelaufenen VIII. Armee-Korps gegen die Höhe von Point du Jour geführt.[3]

Die darauf folgende Belagerung von Metz gab dem Korps keine Gelegenheit zu größeren Kämpfen, da der zugewiesene Abschnitt am linken Moselufer von den Franzosen nicht angegriffen wurde. Nach dem Fall der Festung Metz Ende Oktober wurde das Korps der 3. Armee des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen überwiesen und nahm an der Belagerung von Paris teil. Am 9. November 1870 rückte das Korps in die Stellung ein, die es im Osten der Stadt zwischen Marne und Seine einzunehmen hatte. Als sich am 29. November ein starker französischer Ausfall unter General Ducrot zwischen jene beiden Flüssen richtete, wurden General der Infanterie von Fransecky am 1. Dezember der Oberbefehl der Abwehr übertragen; außer seinem Korps traten auch Sachsen und die württembergische Division unter seinem Kommando. Die angegriffenen Württemberger erhielten, wenn auch spät, auf Moltkes Order hin Verstärkung durch das II. Armee-Korps. Am 2. Dezember kam es dabei zur Schlacht von Villiers-Champigny, in der den Franzosen das von ihm an den letztvorangegangenen Tagen gewonnene Gelände, namentlich die Dörfer Bry und Champigny, wieder abgenommen wurde. Die französischen Verbände zogen sich nach zehnstündigem Ringen auf das innere Paris zurück. Die Franzosen räumten am 3. Dezember das linke Marneufer und brachen die Brücken hinter sich ab.[4]


Eduard von Fransecky
Alexander von Linsingen