III. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)


Das III. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee, dessen Hauptquartier in Berlin stationiert war.

1870 war das Korps Teil der deutschen 2. Armee unterstellt und wurde am 28. Juli zusammen mit dem X. Korps im Raum Bingen am Rhein ausgeladen.[1]Beim Vormarsch zur Saar wurde am Abend des 5. August Neunkirchen erreicht, der erste große Einsatz fand am 6. August 1870 in der Schlacht bei Spichern statt.[2] Nachdem die 14. Division des VII. Korps an diesem Tag kampflos Saarbrücken besetzen konnte, war sie an den Spicheren Höhen festgelaufen. Das III. Korps hatte Befehl dem bedrängten General von Kameke sofort mit der 5. Division (Generalleutnant von Stülpnagel) zur Hilfe zu kommen. Die 9. Brigade unter Generalmajor von Döring traf als Spitze der Division am Winterberg ein, das Infanterie-Regiment Nr. 48 stürmte eine Verschanzung östlich des Gifert-Waldes.[3] Nach Ankunft der 10. Brigade (Generalmajor von Schwerin) konnte auch der Forbacher Berg genommen werden.[4] Am 13. August erreichte das Korps im Raum südlich von Metz vorgehend Remilly und schwenkte danach nordwärts.

Am 14. August hatte das preußische III. Korps Befehl, die Mosel bei Novéant und Champey zu überschreiten. Hierbei wurde es durch die 6. Kavallerie-Division verstärkt. Am 16. August zeichnete sich das Korps in der Schlacht von Mars-la-Tour/Vionville besonders aus. Der Großverband führte über Gorze und Onville einen Vorstoß gegen die Straße Metz-Verdun aus und traf in Richtung Rezonville auf drei komplette französische Korps.[5]Das französische 2. Korps vertrieb die deutsche Kavallerie aus Vionville und besetzte den Höhenzug nach Gorze sowie den Ort Flavigny. Etwa gegen 10 Uhr erhielten die deutschen Reiter Verstärkung durch die 5. und 6. Division, die von Gorze und Onville her das Schlachtfeld erreichten. General Konstantin von Alvensleben befahl der Infanterie sofort den Angriff. Er ging davon aus, nur noch die feindliche Nachhut vor sich zu haben. Bis zum Mittag hatte die 12. Brigade unter Oberst von Bismarck (der dabei fiel) den Ort Flavigny wieder erobert, während die Divisionsartillerie gegen den Ort Rezonville wirkte.[6]Die 6. Division (Generalleutnant von Buddenbrock) ging nördlich bis Tronville vor und schwenkte dann teilweise nach Osten in Richtung der 5. Division ein und eroberte gegen 11.30 Uhr Vionville. Damit hatten sich die beiden deutschen Divisionen zwischen den Ortschaften Vionville und Flavigny vereinigt und verringerten somit die Gefahr, dass die beiden Divisionen voneinander getrennt würden. In diesen Positionen mussten sich die deutschen Einheiten ohne nennenswerte Verstärkung den ganzen Nachmittag gegen den überlegenen Gegner halten.[7] Das zahlenmäßig weit unterlegene Korps verhinderte mit der Einnahme von Vionville den französischen Rückzug nach Westen. Es war hauptsächlich das III. Korps, welches den Abzug der Rheinarmee aufhielt und später die Einschließung von 180.000 Soldaten in der Festung Metz möglich machte.


Constantin von Alvensleben
Die Kommandierenden Generale der deutschen Armeekorps im Krieg von 1870/71: I. Edwin Freiherr v. Manteuffel. – II. Eduard Friedrich v. Fransecky. – III. Constantin v. Alvensleben. IV. Gustav v. Alvensleben. – V. Hugo Ewald v. Kirchbach. – VI. Wilhelm v. Tümpling. – VII: Heinrich Adolph v. Zastrow. – VIII. August v. Goeben. – IX. Gustav v. Manstein. – X. Constantin Bernhard v. Voigts-Rhetz. – XI. Julius v. Bose. – XII. Kronprinz Albert von Sachsen
General der Infanterie Ewald von Lochow
General der Infanterie Walther von Lüttwitz