Il Divo (Film)


Il Divo (deutsch: „Der Göttliche“) ist eine preisgekrönte italienisch-französische Filmbiografie über den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti aus dem Jahr 2008. Unter der Regie von Paolo Sorrentino spielte Toni Servillo die Titelrolle.

Seit vier Jahrzehnten ist Giulio Andreotti in Italien wechselweise an der Macht. 1991 wird der kleine und leicht bucklige Politiker zum siebten Mal zum italienischen Ministerpräsidenten gewählt. Stets gelassen und voller Kalkül führt der Christdemokrat seine Partei und die jeweiligen Regierungen. Wenn alle um ihn herum in Rom noch schlafen, ist er bereits wach und lässt sich von seinen Bodyguards zum Beten in die Kirche geleiten. Während er darauf bedacht ist, so wenig wie möglich über sich selbst preiszugeben, sammelt er alle und vor allem besonders pikante Informationen über seine Rivalen, um sie im richtigen Augenblick zu seinem Vorteil nutzen zu können.

In privaten Gesprächen rechtfertigt er mit großer Selbstverständlichkeit die geheimdienstlichen Verbrechen, die bewusst den Roten Brigaden zugeschrieben wurden, um die Parteien der Mitte – wie seine Democrazia Cristiana – zu stärken. Überleben geht ihm über alles. Ihm wird vorgeworfen, Verbindungen zur Mafia zu pflegen und dass er seine politischen Gegner und auch eigene Kollegen, wie Aldo Moro, aus dem Weg habe schaffen lassen. Er selbst scheint über jeden Vorwurf erhaben. 1993, als er erstmals vor Gericht gestellt wird und ihm Geschäfte mit der Mafia zur Last gelegt werden, kann ihm letztlich keine Straftat nachgewiesen werden.

Regisseur Paolo Sorrentino inszenierte Il Divo als Politsatire über Giulio Andreotti, der 1972 erstmals zum Ministerpräsidenten von Italien gewählt worden war. Insgesamt sieben Mal bekleidete der Politiker dieses Amt, wobei seine Amtszeiten nie über zwei Jahre hinausgingen. Er war an 34 Regierungen beteiligt und insgesamt 21 Mal Minister. Ab 1992 war er Senator auf Lebenszeit. Ein Jahr später wurde er erstmals vor Gericht angeklagt unter dem Vorwurf, die sizilianische Mafia, die Cosa Nostra, begünstigt zu haben. Andreotti wurde jedoch in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Die Dreharbeiten von Il Divo fanden in Rom, Neapel, Palermo und Turin statt. Am 23. Mai 2008 wurde der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt, wo er den Preis der Jury erhielt. Daraufhin wurde er auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, wie beispielsweise zur Deutschlandpremiere am 21. Juni 2008 beim Filmfest München oder auch beim Toronto International Film Festival und dem London Film Festival.


Giulio Andreotti, 1978
Toni Servillo (rechts) mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano, 2007