Italienische Fußballnationalmannschaft


Die italienische Fußballnationalmannschaft (italienisch Nazionale di calcio dell’Italia) der Männer ist die Auswahlmannschaft des italienischen Fußballverbandes Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC). Die auch Squadra Azzurra, Gli Azzurri oder La Nazionale genannte Mannschaft wird vom Commissario Tecnico, dem Nationaltrainer geleitet. Sie nimmt auf internationaler Ebene an Länderspielen gegen andere nationale Verbände teil.

Die italienische Auswahl ist mit vier Weltmeistertiteln (1934, 1938, 1982, 2006), zwei Europameistertiteln (1968, 2021), zwei Erfolgen im Europapokal der Fußball-Nationalmannschaften (1927–1930, 1933–1935) sowie einem Olympiasieg (1936) eine der erfolgreichsten Nationalmannschaften im Fußball. In der FIFA-Weltrangliste vom Februar 2022 belegte Italien den sechsten Platz.[2]

Der italienische Fußballdachverband Federazione Italiana Giuoco Calcio (F.I.G.C.) wurde am 16. März 1898 in Turin gegründet und ist seit 1905 FIFA-Mitglied.[3] Das erste Länderspiel der Auswahl wurde am 15. Mai 1910 in Mailand in der Arena Civica gegen Frankreich ausgespielt, die Italiener gewannen das Freundschaftsspiel gegen die Équipe Tricolore mit 6:2. Pietro Lana erzielte in diesem Spiel das erste Tor und den ersten Hattrick der Geschichte für die Azzurri.[4]

Die ersten beiden großen Erfolge erzielte Italien in den Jahren 1934 und 1938, als es jeweils die WM gewinnen konnte.[5][6] Überragende Spieler waren damals Giuseppe Meazza und Silvio Piola. Der damalige Nationaltrainer Vittorio Pozzo ist bis heute der einzige Trainer, der zweimal in Folge Weltmeister wurde.[7] In den Zwischenjahren gewann diese Mannschaft außerdem bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 die Goldmedaille vor Österreich.[8] 1968 konnte der erste EM-Titel gewonnen werden.[9]

1982 gewann sie den nunmehr dritten WM-Titel. Das Team mit dem Torschützenkönig Paolo Rossi, der in der Zwischenrunde Brasilien praktisch im Alleingang mit drei Treffern abschoss, Dino Zoff, dem Weltklasse-Torwart, der bei dieser WM bereits 40 Jahre alt war und einer legendären Abwehrreihe um Gaetano Scirea, gewann gegen Deutschland das Finale mit 3:1.[10]

Der vierte WM-Titel kam 2006 hinzu. Bei der Weltmeisterschaft in Deutschland gewann man im Finale gegen Frankreich mit 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 gestanden hatte.[11]


Die italienische Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen Frankreich (1910)
Spielszene aus dem Länderspiel gegen Deutschland 1929 in Mailand
Erinnerungstafel am Aztekenstadion
Die italienischen Spieler Dino Zoff (l.), Franco Causio (2. v. l.) und Trainer Enzo Bearzot (v. r.) zusammen mit Staatspräsident Sandro Pertini auf dem Rückflug nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1982
Aufstellungen des Finalspiels der Weltmeisterschaft 1994
Die französische und italienische Mannschaft vor dem EM-Finale am 2. Juli 2000 in Rotterdam
Nationaltrainer von 2000 bis 2004: Giovanni Trapattoni
Aufstellungen des Finalspiels der Weltmeisterschaft 2006
Staatspräsident Napolitano mit Kapitän Cannavaro und Trainer Lippi nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2006
Die italienische Mannschaft am 1. Juli 2012 in Kiew vor dem EM-Finale gegen Spanien
Aufstellungen des Finalspiels der Europameisterschaft 2021
Die Nationalmannschaft mit der Siegertrophäe der Europameisterschaft 2021 beim Treffen mit dem Staatspräsidenten Sergio Mattarella in Rom (2021)
Gianluigi Buffon ist seit 2013 Rekordspieler der Nationalmannschaft.
Luigi Riva ist seit 1973 Rekordtorschütze der Nationalmannschaft.
Roberto Mancini ist seit 2018 Cheftrainer der Nationalmannschaft.
Gianluca Vialli ist seit 2020 Delegationsleiter der Nationalmannschaft.
Gabriele Oriali ist seit 2014 Teammanager der Nationalmannschaft.
Puma ist seit 2003 Ausrüster der Nationalmannschaft und einer von aktuell fünf Hauptsponsoren.
Leonardo Bonucci in der Spielkleidung des Ausrüsters Puma, jedoch mit Schuhen seines privaten Ausstatters Nike (2015).