Jäger zu Pferde


Die Jäger zu Pferde (französisch: Chasseurs à cheval, englisch Mounted Riflemen bzw. Mounted Rifles) waren ein Typ der leichten Kavallerie, der überwiegend für Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben eingesetzt wurde.

Ähnlich den Husaren dienten die Jäger zu Pferde primär für Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben, wurden aber auch zunehmend auch als Schlachtenkavallerie eingesetzt. Die Gardejäger zu Pferde von Napoleon I. dienten auch als Stabskavallerie (als Meldereiter, Bedeckung des Hauptquartiers und persönliche Eskorte des Kaisers).

Die Jäger zu Pferde traten Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts in Erscheinung, als man Bedarf nach einer regulären leichten Reiterei erkannte, jedoch die Kosten für die Aufstellung aufwendig uniformierter Husareneinheiten scheute.

Vorläufer waren in Frankreich einige Freikorps, zum Beispiel die 1743 aufgestellten Fischerschen Jäger. 1779 stellte man dort erstmals auch sechs Jäger-Regimenter der Linienkavallerie auf, andere Staaten wie Russland (1790–1882, zum Schluss 19 Regimenter), Österreich (ein Regiment, 1798–1801), Italien (vier Regimenter, 1805–1814) und USA (ein Regiment 1846–61) folgten. Im napoleonischen Frankreich wuchs die Waffengattung auf 31 Linien- und 2 Garderegimenter an, nach der Restauration verblieben 24 der Linie und eines der Garde, zu denen 1831 vier in Algerien aufgestellte Regimenter Chasseurs d’Afrique kamen, die bald als die beste Kavallerietruppe der französischen Armee galten. In Belgien wurden die drei 1830/31 aufgestellten Regimenter 1994 bzw. 2004 aufgelöst.

Erst 1901 wurde bei der preußischen Armee das erste Regiment (Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1) aufgestellt. Es folgten 1905 Nr. 2 und 3, 1906 Nr. 4, 1908 Nr. 5 und 1910 Nr. 6. 1913 stellte man die Regimenter Nr. 7, 8, 9, 10, 11, 12 und 13 auf.

Im Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges verlor die Kavallerie allgemein ihre Bedeutung und wurde meist infanteristisch eingesetzt. In der Reichswehr wurde dann nicht mehr nach einzelnen Truppengatunngen wie Husaren, Dragoner, Kürassiere oder Jäger zu Pferde unterschieden, die Tradition der Regimenter der Alten Armee ging nicht nach Truppengattung, sondern nach landsmannschaftlichen Gesichtspunkten auf die Kavallerie-Regimenter der Reichswehr über und verwischte sich mit Aufstellung der Wehrmacht 1935 völlig.


Ein Meldereiter der Chasseurs d’Afrique kreuzt deutsche Linien im Krieg von 1870/71 (Gemälde von Emil Hünten, 1872)
Das 11e régiment de chasseurs à cheval bei Hohenlinden (1800) als Schlachtenkavallerie