Jack Goody


Sir John Rankine „Jack“ Goody (* 27. Juli 1919 in Hammersmith, London Borough of Hammersmith and Fulham; † 16. Juli 2015 in Cambridge) war ein britischer Ethnologe, Anthropologe und Medientheoretiker.

Jack Goody wurde 1919 als ältester Sohn von Harold Ernest Goody (1885–1969) aus London Borough of Hammersmith and Fulhamund dessen aus Schottland (Turriff, Aberdeenshire) stammender Ehefrau Lilian (geb. Rankine) (1885–1962) im Londoner Stadtteil Hammersmith (London Borough of Hammersmith and Fulham) geboren.[1]Der Vater arbeitete zunächst als Elektriker, dann als Journalist und schließlich als Manager einer Londoner Werbeagentur.[2]

Jack Goody wuchs mit seinem jüngeren Bruder Richard (* 1921) in Welwyn Garden City in Hertfordshire und Saint Albans ca. 35 km nördlich von London auf. (Ein weiterer, ebenfalls jüngerer Bruder, der 1924 geborene Hugh, verstarb bereits 1928 im Alter von vier Jahren).[3]Ab 1930 besuchte er die St Albans School. 1938 nahm er am St. John’s College in Cambridge das Studium der Englischen Literatur auf. In dieser Zeit machte er die Bekanntschaft mehrerer Links-Intellektueller wie Eric Hobsbawm, Raymond Williams und Edward P. Thompson.[4]

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 und sein Eintritt in die britische Armee erzwangen den Abbruch seines Studiums. Goody wurde zunächst auf Zypern stationiert, dann in Nordafrika eingesetzt.[5] Im Jahr 1942 geriet er bei Tobruk in deutsche Gefangenschaft und musste die nächsten drei Jahre in Kriegsgefangenenlagern in Nordafrika, Italien (Chieti) und Deutschland verbringen. Im Verlauf seiner Gefangenschaft in Italien gelang es ihm zweimal, aus dem Lager zu fliehen. Für einige Zeit tauchte er bei Bauern in den Abruzzen, dann in Rom unter, wurde aber beide Male wieder von den Deutschen gefasst.[6]

Während seiner Gefangenschaft in deutschen Lagern (zunächst Eichstätt – Oflag VII B, dann Moosburg – Stalag VII A) (die zu Goodys Glück über eigene Bibliotheken verfügten), fielen ihm zwei Bücher in die Hände, die für die Ausrichtung seines späteren wissenschaftlichen Schaffens von großem Einfluss sein sollten: The Golden Bough (dt.: Der goldene Zweig), verfasst vom Ethno- und Anthropologen James George Frazer, sowie What Happened in History? (dt.: Stufen der Kultur. Von der Urzeit zur Antike), eine 1942 publizierte Arbeit des Archäologen Vere Gordon Childe.[7]


Jack Goody, 2009