Jagd


Jagd ist das Aufspüren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch Jäger.[1] In der deutschen Jägersprache traditionell auch Weidwerk oder seltener Waidwerk genannt, ist die Jagd das Handwerk des Jägers.[2] Unerlaubte Jagd bezeichnet man als Wilderei.[3] Die Jagd zählt, zusammen mit der ebenfalls auf Gewinnung von Naturprodukten gerichteten Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, zur Urproduktion.[4]

Das Wort Jagd (mittelhochdeutsch jaget, althochdeutsch jagōd) ist als Verbalabstraktum abgeleitet vom Verb jagen (mhd. jagen, ahd jagōn) „ein Wild verfolgen, hetzen, zu fangen oder zu erlegen suchen“,[5][6] dessen Herleitung dunkel ist.[7] Entsprechungen finden sich ursprünglich nur in den anderen kontinentalwestgermanischen Sprachen, also im Niederländischen (nnl. jagen / jacht) und im Friesischen (nfr. jeie / jacht).[8] Altnordisch jaga ist hingegen eine recht junge Entlehnung aus dem Mittelniederdeutschen, die im Dänischen (jage / jagt), Schwedischen (jaga / jakt) und Norwegischen – jedoch nicht im Isländischen – das einheimische altnordische Wort veiða völlig verdrängt hat.[9] Dieses ist seinerseits mit deutsch Weide urverwandt, das zumindest in Komposita wie Weidmann („Jäger“) oder Weidwerk („Jagdwesen“) die alte Bedeutung „Jagd“ erhalten hat und letztlich auf die indogermanische Wurzel *uid- mit der allgemeinen Bedeutung „sich Nahrung verschaffen“ zurückgeht.[10][11][12]

Die hier behandelte Bedeutung des Wortes Jagd – das Aufspüren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch Jäger – lässt sich von mehreren verwandten, aber abweichenden Bedeutungen abgrenzen.[13][14] So wird das Wort Jagd auch als Bezeichnung für eine einzelne Jagdveranstaltung („die Jagd findet kommenden Freitag statt“), die Gesamtheit der Beteiligten an einer bestimmten Jagdveranstaltung („die Jagd bricht auf“) und als Kurzform für den Begriff Jagdrevier („die Jagd grenzt an den Staatsforst“) verwendet.[13][14] Die Bezeichnung Jagd wird zudem in einem übertragenen Sinn und losgelöst vom Kontext der Tötung von Wildtieren als Synonym zu den Begriffen Verfolgung und Hetze benutzt („die Jagd auf die Räuber“).[13][14] Bezogen auf die Jagd in Deutschland wird Jagd in einem weiteren Sinne teilweise auch mit der Hege und Pflege des Wildes assoziiert.[15]

Die Jagd wurde historisch und wird gegenwärtig aus verschiedenen und jeweils unterschiedlich gewichteten Gründen betrieben:[16][17][18]

Die Jagd gehört zu den ursprünglichsten Tätigkeiten in der Menschheitsgeschichte und ist älter als der anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) selbst.[22][23][24]


Jäger mit Gewehr im Voranschlag während einer Drückjagd
Mit Blattschuss erlegter Rehbock zusammen mit dem dabei verwendeten Repetiergewehr
Nachzeichnung einer prähistorischen Felsmalerei von Bogenjägern bei Jagd auf Hirsche in der Cova dels Cavalls (Höhle der Pferde), Spanien
Unterkieferfragment eines Rentiers mit abgebrochener Projektilspitze aus dem Magdalénien
Frankfurter Reichsverfassung vom 28. März 1849 mit Artikel IX. § 169 Abs. 1 Jagdrecht – eine Rechtsnorm des objektiven Jagdrechts, die das subjektive Jagdrecht an das Grundeigentum bindet[39]
Remington Model 700 in .30-06 Springfield mit montiertem Zielfernrohr und Schalldämpfer – diese und andere vom Mauser System 98 abgeleitete Waffen zählen zu den am meisten produzierten und genutzten Repetiergewehren bei der Jagd
Jäger bei der Ansitzjagd auf Wildtauben vom Rand eines frisch eingesäten Ackers
Jäger auf dem Weg zu seinem zugewiesenen Stand vor Beginn einer Drückjagd
Front aus Schützen, Treibern und Hunden während einer Streifjagd auf Füchse
Falkner mit Gerfalke bei der Beizjagd zur Abwehr von Vogelschlag auf einem Militärflugplatz
Bogenjäger mit Compoundbogen bei der Jagd auf Maultierhirsche
Schottischer Berufsjäger neben einem auf der Pirsch erlegten Rothirsch
Ernest Hemingway mit erlegtem Kaffernbüffel während einer Safari in Afrika Anfang der 1950er Jahre
Weiserfläche zur Beurteilung des Wildeinflusses auf die Naturverjüngung – man beachte das Fehlen von Verjüngung außerhalb des Zaunes
rechts: Patrone Kaliber .40 S&W mit Hohlspitzgeschoss, links: nach Aufprall im Ziel aufgepilztes Geschoss desselben Kalibers mit offenliegendem Bleikern
Demonstration gegen die Jagd, Pariser Platz in Berlin