Jagst


Verlauf der Jagst mit linkem Nachbarfluss Kocher von der Quelle oberhalb von Lauchheim bis zur Mündung in den Neckar

Die Jagst ist ein Mittelgebirgsfluss im Norden Baden-Württembergs. Neben dem Kocher und der Enz zählt sie zu den drei größten Nebenflüssen des Neckar. Nach der Länge nimmt sie unter ihnen mit 189,9 Kilometern[2] auf dem namentlichen Lauf[5] den ersten Rang ein. Das Tal der Jagst, das insbesondere am Mittellauf einen ausgesprochen ländlichen Charakter hat, gilt als landschaftlich reizvoll. Nivellierende Maßnahmen wie Gewässerausbau, Begradigungen oder Flurbereinigungen haben das Landschaftsbild an der mittleren und unteren Jagst weniger stark verändert, als es oft in Flusslandschaften von Flüssen vergleichbarer Größe zu beobachten ist. Diese Eigenschaften machen sie aus landschaftspflegerischer Sicht von Interesse. Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Biotoptypen sowie der relativ geringe Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen und das damit verbundene hohe Entwicklungspotential verleihen der Jagst und ihrem Tal aus naturschutzfachlicher Sicht erhöhte Bedeutung. Klein- und Kleinststädte, die ein weitgehend mittelalterliches bis frühneuzeitliches Stadtbild bewahrt haben, prägen das Jagsttal ebenso wie zahlreiche Burgen und Schlösser auf den Bergspornen über dem Tal sowie die abschnittsweise recht häufigen Mühlen, die den Fluss säumen.

Der Name Jagst ist erstmals 768 als Teil des Gaunamens Jagesgouwe (Jagstgau) nachgewiesen. 1024 folgen Erwähnungen als Jagas, 1371 als Jagst. Der Name ist vorgermanischen, vermutlich keltischen Ursprungs, das auslautende -t wurde erst in spätmittelhochdeutscher Zeit angefügt. Er wird zur Indogermanischen Wortwurzel *ieg- gestellt, die Eis bedeutet. Die Jagst wäre damit der kalte, eisige Fluss.[6] Der Name wurde teilweise auch Jaxt und Iaxt geschrieben.

Die Jagst entsteht im Vorland der Schwäbischen Alb, passiert die Frankenhöhe, gräbt sich in die Hohenloher Ebene ein und durchströmt das württembergische Unterland, wo sie schließlich nach 190,2 km Fließstrecke in den Neckar mündet.


Jagstquelle bei Walxheim
An Teilen des Oberlaufs hinterließ der Zeitgeist deutliche Spuren: Kanalisierte junge Jagst vor Ellwangen
Tief eingeschnittene Jagst unterhalb der Kernmühle, wo die Prallhänge fast unmittelbar an beide Ufer reichen
Die Jagst bei der Brücke an der ehemaligen Heinzenmühle zwischen Crailsheim und Kirchberg
Jagst unterhalb der Stadt Langenburg in Bächlingen
Stelle unterhalb des Bärensteins bei Bölgental, wo sich der Fluss in zwei Arme gabelt
Die Jagst in Dörzbach-Hohebach
Jagst unterhalb von Widdern bei Sonnenaufgang an einem Septembermorgen
Die untere Jagst an der Schefflenzmündung
Kurz vor Untergriesheim eilt die Jagst mehrere ihrer wohl breitesten Stromschnellen hinab. Ergänzende Bilder vom Flusslauf und von der Mündung finden sich am Ende des Artikels.
Nebel im Jagsttal im Naturraum Hohenloher und Haller Ebene. Blick vom Langenburger Talsporn nach Norden über das eingewölkte Jagsttal.
Einzugsgebiet der Jagst
Herbstliche Jagst bei Ruchsen
Im November hat sich die Wasserführung meist erholt. Aufnahme oberhalb Möckmühls
Besonders am Mittellauf der Jagst schwankt übers Jahr die Wasserführung stark; am Unterlauf werden die extremen Minima durch die konstantere Wasserführung einiger Zuflüsse abgeschwächt. Aufnahme oberhalb der Seckachmündung in Möckmühl im Monat August
Schwelle unweit des Pegels Untergriesheim. Durchfluss zum Aufnahmezeitpunkt 12,8 m³/s gegenüber 18,6 m³/s im langjährigen Mittel
Erhöhter Wasserstand Ende Februar (Möckmühl), Durchfluss zum Aufnahmezeitpunkt am Aufnahmeort ca. 30–40 m³/s
Leichtes Frühjahrshochwasser nach Schneeschmelze. Durchfluss hier ca. 115–135 m³/s. Aufnahme in Möckmühl am 27. Februar 2010.
Infotafel Lebensraum Jagst im Landkreis Schwäbisch Hall
Südexponierter Hang bei Möckmühl
Weinbau im Jagsttal: Ammerlanden zwischen Möckmühl und Züttlingen
Stausee Stockmühle mit naturnahen Inseln, Ufern und Flachwasserzonen
Die Jagst ist ein wichtiges Rückzugsgebiet des Eisvogels
Zwei Trauerschwäne beim Aufenthalt an der Jagst bei Untergriesheim
Ukelei, auch Laube genannt
Das Helm-Knabenkraut ist wahrscheinlich die häufigste Orchidee des Jagsttals
Kreuz-Enzian
Ein Kompressor des THW belüftet einen Altarm der Jagst bei Mulfingen am 27. August 2015 nach der Kontamination mit Ammoniumnitrat
Ruchsener Wehr bei starker Wasserführung am 30. Dezember 2009, links die relativ neue, wenige Jahre alte Fischtreppe, die ein kleines Vorgängerbauwerk ersetzt hat. Bei Normalwasser ragen zahlreiche festbetonierte Steine heraus, die die Strömungsgeschwindigkeit verringern, alle paar Meter befindet sich ein etwa badenwannengroßes Rastbecken.
Frisch fertiggestellte Jagstaufweitung bei Herbolzheim im Mai 2009
Ein typisches Bild aus der Jagstaue. Es überwiegt Grünlandnutzung, die Flussufer sind fast durchgehend von Weichlaubhölzern begleitet. Im Hintergrund ein bewaldeter Nordhang, der Beginn des Harthäuser Waldes.
Burg Krautheim
Götzenburg Jagsthausen
Altstadt von Kirchberg an der Jagst
Die Jagstbrücke von Hohebach
Archenbrücke in Unterregenbach bei leichtem Hochwasser am 1. März 2009
Limestor Dalkingen
St. Wendel zum Stein
Naturdenkmal Wachsender Bach bei Krautheim