Jesus Christus


Jesus Christus (latinisiert aus altgriechisch Ἰησοῦς Χριστός Iēsûs Christós [iɛːˈsuːs kʰriːsˈtos], deutsch ‚Jesus, der Gesalbte‘) ist nach christlicher Lehre gemäß dem Neuen Testament (NT) der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes. Mit seinem Namen drückten bereits die Urchristen ihren Glauben aus und bezogen die Heilsverheißungen des Alten Testaments (AT) auf die historische Person Jesus von Nazaret.

Das Neue Testament überliefert die Botschaft von Jesus Christus in verschiedenen Literaturformen für verschiedene Zwecke. Den historischen Jesus kannte wahrscheinlich keiner der Autoren des Neuen Testaments.[1] Die Paulusbriefe (entstanden 50–60) sind die ältesten urchristlichen Schriften. Ihr Autor stellt sich als Augenzeuge des auferstandenen Jesus dar, den er vorher nicht gekannt habe. Die Paulusbriefe enthalten einige Worte Jesu und biografische Details, aber keine Berichte von seinem irdischen Wirken. Wie Paulus mit biografischen Informationen umging, veranschaulicht Gal 4,4 EU: Geburt und Herkunft des Christus lassen bereits das Motiv anklingen, dass er die „unter dem Gesetz“ stehenden Gläubigen befreien werde – und nur deshalb finden sie bei Paulus Erwähnung.[2]

Die vier kanonischen Evangelien (entstanden zwischen 70 und 100) erzählen Jesu Wirken und Schicksal auf verschiedene, auf ihre Adressaten zugeschnittene Weise. Vor allem die drei synoptischen Evangelien bieten gemeinsame Stoffe, die meist mit der Zwei-Quellen-Theorie erklärt werden.[3] Ihre Reihenfolge, Auswahl und Darstellung unterscheiden sich aufgrund verschiedener redaktioneller Konzepte; ihre Glaubensaussagen über Jesus stimmen jedoch in den Grundzügen überein und ergänzen einander.[4] Ihre ältesten Bestandteile stammen von Nachfolgern Jesu aus Galiläa, die die Jerusalemer Urgemeinde gründeten und Jesu Worte zuerst mündlich, dann schriftlich weitergaben.

Von den urchristlichen Schriften, die nicht in den späteren Kanon des Neuen Testaments aufgenommen wurden, kann vor allem das Thomasevangelium einige authentische Jesusworte enthalten. Sie können aus einer gemeinsamen Überlieferung mit der Logienquelle stammen.[5] Die neuere Forschung zum Thomasevangelium sieht dieses allerdings eher als Sammlung von Material, das von den synoptischen Evangelien abhängig ist; das bedeutet, dass der Quellenwert für den historischen Jesus von Nazareth gering ist. Das Thomasevangelium ist aber aufschlussreich für die Weiterentwicklung der Jesusüberlieferung im 2. Jahrhundert.[6] Einige außerchristliche Schriften erwähnen Jesus beiläufig oder indirekt.


Herz-Jesu-Statue in Osttimor als König mit timoresischen Herrscherinsignien Kaibauk und Belak
Christus Pantokrator. Die Stola weist Christus neben seiner Rolle als Gott und Herrscher des Alls auch als Priester aus (Kathedrale von Monreale, zweite Hälfte 12. Jhd.)
Ikone Christus, der Weinstock (Angelos Akotantos, Kreta, 16. Jahrhundert). Museum für Byzantinische und Christliche Kunst, Athen
Kruzifix (Nkangi kiditu), Bronzeguss, Kongo, frühes 17. Jahrhundert (Brooklyn Museum)
Äthiopisch-orthodoxe Prozessionsikone: Christus mit Dornenkrone und Kreuzabnahme (18. Jahrhundert, Smithsonian National Museum of African Art)
Frauen am Grabe Christi und Himmelfahrt (sog. „Reidersche Tafel“); Elfenbein; Mailand oder Rom, um 400 n. Chr.
Zwei Jünger begegnen Jesus auf dem Weg nach Emmaus. Relief aus dem Benediktinerkloster Santo Domingo de Silos in Nordspanien, entstanden zwischen 1085 und 1100.
Jesus, der gute Hirte (3. Jahrhundert, Katakombe S. Callisto, Rom)
Apsismosaik in S. Pudenziana (Rom)
Beweinung Christi (Meister von Nerezi, 1164)
Christus als Weltenrichter, Ausschnitt aus Michelangelos Jüngstem Gericht in der Sixtinischen Kapelle
Velázquez: Christus am Kreuz, um 1632 (Prado)
Rembrandt: Christuskopf, 1648/56 (Philadelphia Museum of Art)
Thorvaldsens Christusfigur in der Frauenkirche (Kopenhagen)
Antokolski: Ecce Homo (Tretjakow-Galerie)