Jim Thorpe


James Francis „Jim“ Thorpe (* wahrscheinlich am 22. Mai 1887 bei Prague im Indianerterritorium (heute Oklahoma) als Wa-Tho-Huck (=Leuchtender Pfad); † 28. März 1953 in Lomita, Kalifornien) war ein erfolgreicher US-amerikanischer Athlet in verschiedenen Sportarten. Er gewann olympische Goldmedaillen im Fünfkampf und im Zehnkampf, war Profispieler im American Football und im Baseball und spielte auch Basketball. Seine olympischen Medaillen wurden ihm aberkannt, da er vor den Olympischen Spielen 1912 zwei Jahre lang in einer halbprofessionellen Baseball-Liga gespielt und somit gegen die Amateurbestimmungen verstoßen hatte.

Nach dem Verlust des Amateurstatus spielte Thorpe von 1913 bis 1919 in der Major League Baseball, unter anderem bei den New York Giants. 1915 schloss er sich auch den Canton Bulldogs an, die 1920 zu den Gründungsmitgliedern der National Football League gehörten. Er selbst leitete den Vorgänger dieser Profiliga zwei Jahre lang nominell als Präsident. Insgesamt spielte Thorpe bis 1928 für sieben verschiedene Footballmannschaften. Ebenso gründete er ein ausschließlich aus Indianern zusammengesetztes Basketballteam. Bis zum Alter von 41 Jahren war er als Profisportler aktiv, sein Karriereende fällt mit der Weltwirtschaftskrise zusammen. Thorpe versuchte sich als Schauspieler, hatte aber zunehmend Mühe, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er litt an Alkoholismus und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Armut. 1983, dreißig Jahre nach seinem Tod, rehabilitierte ihn das Internationale Olympische Komitee und führte ihn seitdem als Co-Sieger des Fünf- sowie Zehnkampfwettbewerbs. Seit Juli 2022 ist er wieder alleiniger Sieger dieser beiden Wettbewerbe.[1]

Aufgrund der Tatsache, dass Thorpe mehrere Sportarten auf höchstem Niveau ausübte, gilt er als einer der herausragendsten Athleten des modernen Sports. Die Associated Press bezeichnet ihn als besten Athleten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als einer der ersten Spieler überhaupt wurde er 1963 in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen. Eine Kleinstadt in Pennsylvania ist nach ihm benannt, was aber aus touristisch-kommerziellen Gründen erfolgte; Thorpe hatte zu dieser Stadt keine Verbindung.


In der Uniform der Carlisle Indian Industrial School (ca. 1909)
Jim Thorpe (1912)
Thorpe bei den Olympischen Spielen 1912
Thorpe im Jahr 1913
Grab von Jim Thorpe in der gleichnamigen Stadt