Johanneskirche (Crailsheim)


Die Johanneskirche in Crailsheim ist eine von 1398 bis 1440 errichtete und Johannes dem Täufer geweihte dreischiffige Kirche, die heute von einer evangelischen Gemeinde genutzt wird.

Der Bau der Kirche wurde am 22. Februar 1398 begonnen und bis 1440 beendet. Der romanische Vorgängerbau wurde nicht etwa zuvor abgerissen, vielmehr „umbaute“ man ihn, bis die Mauern des neuen Kirchenschiff etwa 2 m hoch standen. Der so lange weiterbenutzte Altbau wurde erst danach abgerissen; einen Teil der Steine verwendete man für den Bau des gotischen Nachfolgers.

Im ersten Bauabschnitt wurden Turm, Chor und Sakristei errichtet. Im zweiten wurden das Fundament gelegt, das Kirchenschiffs bis in etwa 2 m Höhe aufgemauert und anschließend der Vorgängerbau abgetragen. Im dritten schließlich schloss man die für den Abbruch des Altbaus freigehaltene Lücke an der Nordseite und vollendete das gotische Kirchenschiff.

Weil der Dachstuhl noch ganz fehlte, konnte die Weihe im Jahre 1440 nur unter Notdächern über Schiff und Chor stattfinden. Dendrochronologische Altersbestimmungen ergaben, dass die heutigen Dachstühle in den Jahren 1454 (Chor) und 1457 (Kirchenschiff) erbaut wurden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Johanneskirche im Gegensatz zu den meisten anderen Gebäuden Crailsheims nur leichtere Beschädigungen. Am schmerzhaftesten war der Verlust der gemalten Chorfenster, die wie alle anderen Kirchenfenster der Schlacht um Crailsheim zum Opfer fielen. Außerdem wurden viele Türen beschädigt; die meisten ließen sich nach dem Krieg nicht mehr schließen. Das Dach wurde zur Hälfte abgedeckt und Regen konnte in die Kirche eindringen. Das Wasser zerstörte die Gipsdecken von Chor und Seitenschiffen. Da sich einige Gemeindemitglieder auf das Dach wagten und es notdürftig reparierten, gab es glücklicherweise keine nennenswerten weiteren Beschädigungen.

Der Flügelaltar entstand in der Spätgotik um 1490. Das Altarretabel stellt das Leben Johannes des Täufers sowie die Passion Christi dar und wird der Werkstatt des Nürnberger Malers Michael Wolgemut zugeschrieben.[1] Mehrere Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass Teile eines der Tafelbilder auf der Außenseite, vor allem die Figur des Scharfrichters, von Albrecht Dürer gemalt wurden, der bei Wolgemut von 1486 bis 1489 eine Art Lehre absolviert hat.[2][3]


Die Johanneskirche aus nordöstlicher Richtung
Taufstein und Altar
Orgel von Johann Georg Allgeyer d. Ä.
Spieltisch der Orgel
Totalaufnahme der Orgel
Detailansicht der Orgel
Johanneskirche Crailsheim