Köbi Kuhn


Jakob «Köbi» Kuhn (* 12. Oktober 1943 in Zürich-Wiedikon; † 26. November 2019 in Zollikerberg, Gemeinde Zollikon[1]) war ein Schweizer Fussballspieler und -trainer. Er war von 2001 bis 2008 Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft.

In der Kindheit spielte Köbi Kuhn auf der Fritschiwiese in Zürich-Wiedikon Fussball. Dort sprach sich sein Talent herum und er durfte ausnahmsweise schon vor dem zwölften Lebensjahr dem FC Wiedikon beitreten, um die 12- bis 15-jährigen C-Junioren zu verstärken. In seiner Autobiografie erwähnt Kuhn, dass er als «Frischling» von einem älteren Kollegen sexuell missbraucht worden sei und den FC Wiedikon erst 2016 diesbezüglich kontaktiert habe. Der Vereinsvorstand wies Kuhns Missbrauchsvorwürfe jedoch zurück.[2]

Als Siebzehnjähriger wurde er von Edi Nägeli, dem Präsidenten des FC Zürich, entdeckt und für die erste Mannschaft verpflichtet. Er erhielt 125 Franken Monatslohn als Spieler, 40 Franken für jeden Sieg und fünf Franken für jedes besuchte Training.[3] Am 19. März 1961 debütierte Köbi Kuhn in der Meisterschaft beim 3:1 gegen den FC Winterthur. Beim höchsten Nationalligasieg in der Vereinsgeschichte, dem 11:0 gegen den FC Lugano, traf er 1961 viermal.

Während seiner gesamten Karriere als aktiver Fussballer spielte Kuhn beim FC Zürich im Mittelfeld, von einem zweimonatigen Abstecher zum Stadtrivalen Grasshopper Club abgesehen. Er gewann so von 1962 bis 1977 sechsmal die Schweizer Meisterschaft und fünfmal den Schweizer Cup. Die Trainings im Letzigrund besuchte er jahrelang mit dem Velo oder mit dem Tram.[4]

Seine grosse Treue zum FC Zürich verhinderte eine internationale Karriere, was seinen Bekanntheitsgrad in nationalen Grenzen hielt. In diesen Jahren setzte sich das «Halbprofitum» immer mehr durch. 1966 lag der Vertrag für einen Transfer zur AC Mailand vor, der jedoch daran scheiterte, dass der italienische Verband die eigenen Spieler vermehrt fördern wollte. GC-Präsident Albert Fader fand, dass Kuhn unbedingt weiter in Zürich spielen sollte. Für 500'000 Franken Ablöse wechselte er daraufhin zu GC. Edi Nägeli drohte ihm jedoch an, ihn für den nicht genehmigten Wechsel sperren zu lassen und lockte ihn mit einer Lohnaufbesserung auf 80'000 Franken plus Prämien zum FC Zürich zurück.[5] Auch Marcel Leclerc, Präsident von Olympique Marseille, versuchte erfolglos Kühn zweimal zu einem Wechsel nach Frankreich zu überreden.[6]

Aus Altersgründen beschloss der langjährige Captain noch vor der Einführung des Profispielbetriebs als Fussballer abzutreten. Am 25. Juni 1977 betritt er sein letztes Meisterschaftsspiel gegen Neuchâtel Xamax. Unterstützt durch den Verein veranstaltete er am 20. September 1978 ein Abschiedsspiel gegen die AC Mailand mit Gianni Rivera.[7]


Köbi Kuhn als Spieler des FCZ (1963)
Köbi Kuhn im Trainingslager der Schweizer Nati vor der Euro 08