Königreich Württemberg


Das Königreich Württemberg war ein Staat im Südwesten des heutigen Deutschlands. Es entstand am 1. Januar 1806 als souveränes Königreich auf Betreiben des nach politischer Hegemonie strebenden Kaisers der Franzosen, Napoleon Bonaparte. Hervorgegangen war das Königreich aus dem (1803 zum Kurfürstentum erhobenen) Herzogtum Württemberg. Dessen ursprüngliches Gebiet, das auch als Altwürttemberg bezeichnet wurde, war kurz zuvor durch den Reichsdeputationshauptschluss und den Frieden von Pressburg hauptsächlich im Süden und Osten stark erweitert worden und hatte damit seinen geographischen Raum nahezu verdoppelt.

Württemberg war von 1806 bis 1813 Mitglied des an den Interessen Frankreichs ausgerichteten Rheinbundes und nach dem Ende der napoleonischen Kriege in der Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 schloss sich das Königreich dem als – kleindeutschesKaiserreich unter preußischer Führung ausgerufenen ersten deutschen Nationalstaat als Bundesstaat an.

Auf Basis der Verfassung von 1819[1] entwickelte sich im Lauf der Jahre eine frühe konstitutionelle Monarchie mit im Vergleich zu vielen anderen deutschen Staaten relativ stark ausgeprägten liberalen und demokratischen Strömungen, die sich auch nach der Niederschlagung der in Württemberg weitgehend friedlich verlaufenen deutschen Revolution von 1848/49 behaupten und verstärken konnten.

Infolge der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution von 1918 verzichtete König Wilhelm II. von Württemberg als einer der letzten deutschen Monarchen auf den Thron. Württemberg wurde in eine parlamentarische Demokratie umgewandelt und blieb als Volksstaat Teil des Deutschen Reiches in der Weimarer Republik.

Das ehemalige Königreich Württemberg in seinen Grenzen ab 1813 lag zwischen 47° 34′ und 49° 35′ nördlicher Breite sowie zwischen 8° 15′ und 10° 30′ östlicher Länge. Die größte Ausdehnung von Nord nach Süd betrug 225 Kilometer, die größte Breite von West nach Ost 160 Kilometer. Die Grenzen hatten eine Gesamtlänge von 1.800 Kilometern. Die Gesamtfläche betrug 19.508 km². Im Osten grenzte Württemberg an das Königreich Bayern, im Norden und Westen an das Großherzogtum Baden und im Süden bis 1850 an die Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen, die ab 1850 als Hohenzollernsche Lande zu Preußen gehörten, sowie an den Bodensee. Im Grenzverlauf zu Baden und Hohenzollern bestanden verschiedene Exklaven, Enklaven und weitere territoriale Besonderheiten. Durch die Exklave Wimpfen besaß Württemberg auch eine gemeinsame Grenze mit dem Großherzogtum Hessen.


Württemberg 1789
Bildnis König Friedrichs I. von Württemberg im Krönungsornat und Rüstung, Hofmaler Johann Baptist Seele (1774–1814), 1806, Öl auf Leinwand, 237 cm × 135,5 cm, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.
König Wilhelm I. 1822 nach einem Gemälde von Joseph Karl Stieler
Die Auflösung des Rumpfparlaments durch württembergische Truppen – nach einer Buchillustration von 1893
Karl von Varnbüler war von 1864 bis 1870 leitender Minister
König Wilhelm II.
Denkmal von Hermann-Christian Wilhelm Zimmerle vor dem Wilhelmspalais in Stuttgart
Halbmondsaal im Stuttgarter Landtag 1833
Ansicht von Moskau im Spätsommer 1812. Skizze des württembergischen Oberleutnants Faber du Faur während des Russlandfeldzugs
Louis Braun: Württembergische Dragoner
Wappen des Königreichs ab 1817
Neuwürttembergischer Falllehen-Bauer und altwürttembergischer Grundbesitzer. Zeitgenössische Darstellung von Johann Baptist Pflug
Königlich Württembergisches Land- und Forstwirtschaftliches Institut Hohenheim
Dampfschiff Wilhelm in Friedrichshafen
Schloss Rosenstein mit dem Rosensteintunnel nach 1846 zur Zeit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Stuttgart-Esslingen
Ferdinand von Steinbeis
Daimlers Motorkutsche von 1886 (Modell)
Bürgerrechts-Verzichts-Urkunde zum Zweck der Auswanderung (1869)
Stuttgart etwa zwischen 1890 und 1900
Die Stiftskirche in Stuttgart um das Jahr 1900
Aufnahme dreier pietistischer Frauen aus Tailfingen
Empfang eines neuen Pfarrers durch seine Gemeinde im Schwarzwald. Gemälde von Robert Heck, mit welchem sich das Königreich Württemberg 1867 auf der Weltausstellung in Paris dem Ausland präsentierte
Die Basilika St. Vitus in Ellwangen um 1849
Die Synagoge in Heilbronn um 1900
Schillerdenkmal von Bertel Thorvaldsen in Stuttgart
Hermann Pleuer (1863–1911): Stuttgarter Hauptbahnhof im Schnee, Öl auf Leinwand