Kłodzko


Kłodzko [ˈkwɔʦkɔ] (deutsch Glatz [ɡlaːʦ]; schlesisch Glootz; tschechisch Kladsko) ist die Hauptstadt des Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie hat 26.421 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2020) und war die historische Hauptstadt der Grafschaft Glatz.

Die Stadt liegt in Niederschlesien, etwa 80 Kilometer südlich von Breslau im Glatzer Kessel, der von Gebirgen umgeben ist. Diese sind: das Eulengebirge (Góry Sowie) und das Warthagebirge (Góry Bardzkie) im Nordosten, das Reichensteiner Gebirge (Góry Złote) im Osten, das Bielengebirge (Góry Bialskie) im Südosten, das Glatzer Schneegebirge (Masyw Śnieżnika) im Süden, das Habelschwerdter Gebirge (Góry Bystrzyckie) und das Adlergebirge (Góry Orlickie) im Südwesten und das Heuscheuergebirge (Góry Stołowe) im Nordwesten. Im Schnittpunkt der Passübergänge über diese Gebirge besitzt Kłodzko eine verkehrsgünstige Lage.

Im Stadtbereich befinden sich zwei Erhebungen: der Schlossberg (369 m) und der Schäferberg (346 m).[3] Durch die Stadt fließt die Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka), von der der Mühlgraben (Kanał Młynówka) abgezweigt wird. In die Glatzer Neiße münden im Stadtgebiet von links die Reinerzer Weistritz (Bystrzyca Dusznicka) und von rechts das Hannsdorfer Wasser (Jaszkówka) und der Königshainer Bach (Jodłownik) sowie nördlich der Stadt von links die Steine (Ścinawka).

Kłodzko liegt an der Bahnstrecke Wrocław–Międzylesie, die ein Teil der überregionalen Fernverbindung Breslau–Prag ist. Es besitzt zwei Bahnhöfe, den etwas außerhalb liegenden Hauptbahnhof (Kłodzko Główne) und den Stadtbahnhof (Kłodzko Miasto).

Die Geschichte der Stadt Glatz und ihre politischene Zugehörigkeit ist eng verbunden mit der Geschichte des Glatzer Landes, das 1469 vom böhmischen König Georg von Podiebrad zur Grafschaft Glatz erhoben wurde. Kirchlich gehörten Stadt und Land von Anbeginn zum Bistum Prag. 1972 wurde beides dem Erzbistum Breslau eingegliedert. Seit ist das 2004 neu geschaffene Bistum Świdnica (Schweidnitz) zuständig.

Der böhmische Chronist Cosmas von Prag erwähnte die Siedlung erstmals im Jahre 981 als castellum Kladsko. Auf dem für Verteidigungszwecke gut geeigneten felsigen Hügel am linken Neißeufer ließ der Böhmenfürst Slavnik, Vater des Heiligen Adalbert, eine gegen Polen gerichtete hölzerne Burg errichten. Diese Burg und der dazugehörige tschechische Marktflecken Kladsko wurden im Streit zwischen Böhmen und Polen mehrmals belagert und zerstört. Nachdem Glatz 1114 kurzfristig an Polen geriet, ließ Soběslav von Böhmen 1129 die Burg noch stärker befestigen, um die wichtige Straße Prag–Nachod–Glatz–Breslau zu sichern. Der 1137 abgeschlossene Pfingstfrieden von Glatz beendete die Streitigkeiten und festigte die Zugehörigkeit zu Böhmen. Erster bekannter Burggraf von Glatz war 1169 Hroznata, dem 1175 Ryvín/Rivinus und 1177 der Witigone Witiko von Prčice folgten.


Stadtpanorama an der Glatzer Neiße
Stadtpanorama (2014)
Minoritenkirche St. Maria mit Mühlgrabenbrücke
Glatzer Ring im Album Pompejus von 1737
Glatz auf einem Merian-Stich von 1650
Rathaus
Oberring um 1920
Hochwasser 1997
Innenansicht der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Minoritenkirche
Mauerwerk der Ruine der Festung Glatz
Friedrich Wilhelm Riemer
Karl Seydelmann 1831