Kalfou


Kalfou liegt in der Sahelzone und ist ein östlicher Vorort der Regionalhauptstadt Tahoua. Die weiteren Nachbargemeinden Kalfous sind Barmou im Nordwesten, Kao im Norden, Tabalak im Nordosten, Keita im Osten, Tamaské im Südosten, Badaguichiri im Süden und Bambeye im Südwesten. Bei den Siedlungen im Gemeindegebiet handelt es sich um 59 Dörfer und 54 Weiler.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das Dorf Kalfou Dabagui.[2] Es liegt auf einer Höhe von 471 m.[3] Weitere größere Dörfer im Gemeindegebiet sind Bagueye und Toudouni.[1]

Weite Teile der Gemeinde einschließlich des Hauptorts befinden sich in der Gebirgslandschaft Ader Doutchi.[4] In der Gemeinde Kalfou liegen das Foulatchi-Tal mit den Dörfern Alibou und Kalfou Rahi sowie die Täler von Founkoye, Izerwan, Karadji Sud und Latchiwa.[5] Der Nordosten des Gemeindegebiets gehört zum Einzugsgebiet des Sees Mare de Tabalak.[6] Die Forêt classée de Minao ist ein 60 Hektar großes unter Naturschutz stehendes Waldgebiet im Gemeindegebiet von Kalfou. Die Unterschutzstellung erfolgte 1955.[7]

Kalfou wurde im 17. Jahrhundert gegründet.[8] Im 18. Jahrhundert gehörte die Siedlung zur Provinz Ader des Sultanats Aïr. Die Provinz Ader war in mehrere Sektoren aufgeteilt, wobei der Sektor, in dem Kalfou lag, von den Amattaza, einer Untergruppe der Tuareg-Untergruppe Lissawan, verwaltet wurde. Die Siedlung wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, vor der Ankunft der Kolonialmacht Frankreich, von der Tuareg-Untergruppe Ullemmeden beherrscht.[9]

Der Markt im Ort war einer der kleinen Märkte in der Region, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der französischen Verwaltung zugelassen wurden.[10] Der britische Reiseschriftsteller A. Henry Savage Landor besuchte Kalfou 1906 im Rahmen seiner zwölfmonatigen Afrika-Durchquerung. Er beschrieb die Ortschaft als Ansammlung mehrerer großer Dörfer in einer Ebene.[11]

Die Landgemeinde Kalfou ging 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Kalfou hervor, aus dem Barmou als eigenständige Landgemeinde herausgelöst wurde.

Bei der Volkszählung 2012 hatte die Landgemeinde 111.274 Einwohner, die in 17.566 Haushalten lebten.[1] Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 75.446 in 11.866 Haushalten.[12]