Kevelaer


Die Wallfahrtsstadt[2] Kevelaer [ˈkeːvəlaːɐ̯] (Dehnungs-e) (kleverländisch Kääwel oder Kääweler) liegt am unteren linken Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Kevelaer ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Die Stadt ist besonders als einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte Deutschlands bekannt.[3]

Die Stadt Kevelaer liegt in der niederrheinischen Tiefebene, im Zentrum des Kreises Kleve. Die Gewässer Niers, Dondert, Kervenheimer Mühlenfleuth und Issumer Fleuth fließen durch das Stadtgebiet. Die Umgebung ist eingebettet in eine Donkenlandschaft, was sich auch in den Namen der Ortsteile Winnekendonk, Kervendonk, Kolvendonk und Grotendonk widerspiegelt.

Die Stadt Kevelaer grenzt im Norden an die Gemeinde Weeze, im Osten an die Gemeinden Uedem und Sonsbeck (Kreis Wesel), im Süden an die Stadt Geldern, sowie im Westen an die Gemeinde Bergen (Limburg, NL).

Die ersten Zeugnisse für das Vorhandensein einer Siedlung im Stadtgebiet Kevelaers gehen bis in die ältere Eisenzeit zurück (etwa 800 v. Chr.). Sedimente einer vorzeitlichen Brunnenanlage sowie Urnenfunde deuten darauf hin. Eine erste schriftliche Nachricht über die Bewohner dieses Raums gibt der römische Feldherr Julius Caesar in seiner Beschreibung des Gallischen Krieges (58–51 v. Chr.). Er nennt sie Menapier (Volksstamm im belgischen Gallien, der sich von der Nordsee bis an den Rhein ansiedelte).

Die Gründung des Ortes erfolgte in der Merowingerzeit, wie Reste von Grabfunden belegen, die in den 1960er Jahren gefunden wurden. Sie stammen aus dem mittleren Drittel des 6. Jahrhunderts.[5] Circa 450 m westlich davon wurden nahe der heutigen Antonius-Kirche bei Ausgrabungen Scherben des 9. Jahrhunderts gefunden, die die Lage der ersten Siedlung anzeigen.[6]

Urkundlich wird Kevelaer erstmals am 10. Mai 1300 erwähnt. Bei dieser Urkunde handelt es sich um eine Verkaufsurkunde über einen Bauernhof. Zu dieser Zeit besteht Kevelaer aus Bauernhöfen und Katen und befindet sich zu großen Teilen im Besitz des Stiftes Xanten und des Klosters Graefenthal. Die Bauerschaften Kevelaer und Wetten bildeten einen Gerichtsbezirk und gehörten im Spätmittelalter zum Niederamt Geldern der Grafschaft Geldern. Am 19. März 1339 wurde die Grafschaft zum Herzogtum erhoben. Die heutigen Gemeinden Kervenheim und Winnekendonk gehörten zu diesem Zeitpunkt dem Herzogtum Kleve an.


Rathaus
Typische Hausgiebel (Hauptstraße)
Häuserzeile am Kapellenplatz
Haus Stassen
Statue Hendrick Busmann in der Busmannstraße von Erika Rutert, aufgestellt 1989
Wallfahrtsbildchen mit dem ältesten Ortsplan Kevelaers
Ansichtskarte von Kevelaer um 1897 – Priesterhaus, Marienkirche, Gnadenkapelle, Kerzenkapelle
Ansichtskarte von Kevelaer um 1904 – Pfarrkirche, Kreuzbaum, Kreuzweg, Kapellen-Platz
Britische Panzer in Kevelaer, 4. März 1945
Kevelaer um 1656
(Kloster, Gnadenkapelle, Kerzenkapelle)
Marienprozession in Kevelaer, Ansichtskarte 1903
Gnadenkapelle
Kevelaerer Friedens-Stele von Norbert Vorfeld
Ansichtskarte von Kevelaer um 1656
Einwohnerentwicklung Kevelaers
Kapellenplatz mit Gnadenkapelle (links) und Basilika (rechts hinten)
Wasserturm
Altes Rathaus am Peter-Plümpe-Platz
Marienbasilika
Kevelaerer Gnadenbild
Innenraum der Marienbasilika
Kerzenkapelle
Kerzenkapelle, Detail
Altarraum der Kerzenkapelle
Beichtkapelle
Sakramentskapelle
Forum Pax Christi
Orthodoxe Johanneskapelle Kevelaer, Apsis und Ikonostae
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Näherung des altfränkischen Sprachraums der Spätantike, ohne kleinere Sprachinseln in Gallia Belgica.[41]
Legende:
  • Altfränkische Varietäten (1.)
  • Nordsee- (2.) und Elbgermanische (3.) Varietäten
  • Romanische Varietäten

  • Somme-Aisne-Linie, nördlich davon dominieren germanische Ortsnamen.
  • Grenze der späteren, aus den elbgermanischen Gebieten verbreiteten, althochdeutschen Lautverschiebung im 7. Jh.[42]
  • Theodor-Bergmann-Denkmal
    Routen der vier Bürgerbuslinien