Kokkola


Kokkola [ˈkɔkːɔlɑ] (schwedisch Karleby [ˈkɑːrlɛˌbyː], bis 1976 Gamlakarleby) ist eine Stadt an der Westküste Finnlands und Hauptstadt der Landschaft Mittelösterbotten. Kokkola hat 47.772 Einwohner (Stand 31. Dezember 2020), davon sind rund 84,0 % finnisch- und 12,6 % schwedischsprachig. Neben der eigentlichen Stadt, in der gut zwei Drittel der Bevölkerung leben, umfasst Kokkola ein ausgedehntes Gebiet von fast 1500 Quadratkilometern im Hinterland.

Der finnische Name Kokkola bedeutet „Lagerfeuerstelle“ oder „Ort der Adler“, da das finnische Stammwort kokko sowohl Lagerfeuer als auch Seeadler bedeuten kann und das Suffix -la den Ort bezeichnet. Bis zum 1. Januar 1977 war die Stadt unter dem schwedischen Namen Gamlakarleby bekannt; als die umliegenden Gebiete der Gemeinde Kaarlela (schwedisch Karleby) mit der Stadt Kokkola fusioniert wurden, übernahm die Stadt den schwedischen Namen Karleby. Das Wort gamla bedeutet „alt“, karl bedeutet „Mann“ oder „Bauer, Landwirt“ und by bedeutet „Dorf oder Kleinstadt“; so war die Bedeutung „Altes Bauerndorf“, im englischen „Old Peasantville“. Der lateinische Name war Carolina Vetus.

Kokkola wurde 1620 von Gustav II. Adolf von Schweden als Hafenstadt am bottnischen Meerbusen gegründet. 1765 sorgte Anders Chydenius (1729–1803) dafür, dass die Stadt die Rechte zur Durchführung des Außenhandels erhielt, die sogenannten Stapelrechte, ohne Einmischen Stockholms. Daher gilt Chydenius, welcher für Demokratie, Gleichberechtigung und den Respekt der Menschenrechte kämpfte, auch als bedeutendster Bürger von Kokkola. Während des 18. Jahrhunderts war in Kokkola die große Zeit der Seefahrt und des Teerhandels. Dieser Teerhandel erklärt auch das Wappen der Stadt, ein Teerfass, aus dessen Enden und Spund drei Flammen emporsteigen. Im 19. Jahrhundert siedelten sich dann viele Industriebetriebe an, wodurch sich Kokkola zu einem bedeutenden Schul- und Ausbildungsort entwickelte.

1977 wurde die Gemeinde Kaarlela eingemeindet. Zum Jahresbeginn 2009 folgte die Eingemeindung von Lohtaja, Ullava und Kälviä.

Kokkola liegt in der westfinnischen Landschaft Mittelösterbotten an der Küste des Bottnischen Meerbusens, des nördlichen Teils der Ostsee. Die nächstgrößeren Städte sind Vaasa 121 km südwestlich und Oulu 198 km nordöstlich. Die Hauptstadt Helsinki liegt 483 km südlich, die Stadt Jakobstad befindet sich 36 km von Kokkola entfernt und Jyväskylä 242 km. Nachbarstädte und -gemeinden Kokkolas sind Kalajoki im Nordosten, Kannus und Toholampi im Osten, Halsua und Kaustinen im Südosten, Kronoby im Süden und Larsmo im Südwesten.


Holzhäuser im Stadtzentrum von Kokkola
Containerschiff im All-Weather-Terminal
Das alte Rathaus von Kokkola