Légion étrangère


Die Légion étrangère [leʒjõetʁãˈʒɛːʁ] (deutsch Fremdenlegion) ist ein Großverband des französischen Heers und die Fremdenlegion Frankreichs. In der Fremdenlegion dienen Freiwillige aus über 150 Nationen als Zeitsoldaten.[1] Die Fremdenlegionäre sind in ihrem Mannschaftskern aus dem nichtfranzösischen Ausland angeworben. Im Sinne des Völkerrechts gelten sie als reguläre Soldaten der französischen Armee.

Die französische Fremdenlegion wurde am 10. März 1831 auf Initiative von Kriegsminister Nicolas Jean-de-Dieu Soult durch einen Erlass von König Louis-Philippe I. gegründet und diente zunächst der Eroberung und Absicherung der Kolonien Frankreichs in Afrika, mit der zu dieser Zeit in Algerien begonnen wurde (später Französisch-Nordafrika; Kämpfe bis in die 1920er-Jahre). Sie untersteht seit ihrer Gründung unmittelbar dem jeweiligen französischen Staatsoberhaupt, in der Französischen Republik also dem Staatspräsidenten. Die Truppe umfasste Anfang der 1960er-Jahre, gegen Ende des Algerienkriegs, bis zu 35.000 Mann und wurde danach kontinuierlich, letztmals in den Jahren 2011–2013 bedingt durch Sparmaßnahmen des französischen Staates auf dem Militärsektor, auf eine zwischenzeitliche Stärke von 6.700 Mann reduziert. Bedingt durch die weltpolitische Lage (Terroranschläge in Europa, IS usw.) wurde beschlossen, die Mannschaftsstärke stufenweise zwischen 2015 und 2018 wieder auf 10.000 Mann anzuheben.[2] Inklusive 1.500 Mann in teilaktiven Reserveeinheiten und zivilem Personal verfügt die Fremdenlegion über eine Gesamtstärke von 10.500 Mann, davon 9.000 Legionäre in den aktiven Einheiten.[3] Das Offizierskorps der Legion besteht seit jeher grundsätzlich aus Franzosen. Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs gab es ausnahmsweise Offiziere mit ausländischen Patenten. Laut einer Ansprache von Colonel Morellon haben in der Légion Étrangère seit der Gründung bis Ende der 1980er Jahre mehr als 600.000 Mann aus aller Welt gedient. Über 36.000 seien in diesem Zeitraum bei Einsätzen ums Leben gekommen.

Die Fremdenlegion steht in einer bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden französischen Tradition, ausländische Truppen in Dienst zu nehmen.[4] Sie wurde 1831 in der Nachfolge verschiedener Fremdenregimenter des Königreichs Frankreich ins Leben gerufen. Eines dieser Regimenter war das Régiment de Hohenlohe (Regiment Hohenlohe) seit 1816 unter dem Kommando von Ludwig Aloys von Hohenlohe-Bartenstein, der für seine Verdienste mit dem in französischen Adel höchsten Titel „Pair“ ausgezeichnet wurde.[5] Dieses Regiment im Dienste französischer Royalisten zur Zeit der französischen Revolutionskriege wurde später von König Charles X. übernommen. Der erste Kommandant war der Schweizer Christoph Anton Stoffel aus Arbon.[6][7]


Légion Étrangère, 1852
Fremdenlegionäre, 1920
Fremdenlegionäre in Marokko ca. 1920
Fremdenlegionäre des 1er Régiment Étranger de Cavalerie in der traditionellen Paradeuniform
Fremdenlegionär marschiert vor einem M24-Chaffee-Panzer in Indochina (1954)
Die 13. Demi-Brigade der Fremdenlegion bei einer Parade in Algerien (um 1958)
Zwei Scharfschützen der Section tireurs d’élite (STE) des 2. REI der Fremdenlegion in Afghanistan (2005)
Legionäre der CEPML in Indochina (1953/1954)
Soldaten des 2° REI werden durch einen Cougar-Hubschrauber in Afghanistan abgesetzt (2005)
Ein Soldat des 2° REI mit einer AT4-Panzerfaust
Fort de Nogent diente im Deutsch-Französischen Krieg als Festung. Das Fort wurde nicht von den Deutschen erobert. Erst nach der Kapitulation Frankreichs streckte man die Waffen und überließ es den Deutschen am 26. Januar 1871.
Famas F1 und G2 im Vergleich
Sagem Defence Sword T&D während einer Übung.[42]
Parade in Rom, 2. Juni 2007
Monument aux morts
Gedenkstein für das Gefecht von Camerone in Agde (Hérault).
Hauptmann Danjous Handprothese (Musée de la Légion étrangère, Aubagne)
Letzter Gruß ehemaliger Kameraden von Dien Bien Phu für einen verstorbenen Fremdenlegionär (Kamen, städtischer Friedhof)