Landesstraße


Landesstraßen, in Bayern und Sachsen Staatsstraßen genannt, sind eine Straßenkategorie in Deutschland, Österreich und Italien (Südtirol), deren Baulast im Regelfall das jeweilige deutsche oder österreichische Bundesland beziehungsweise die jeweilige italienische Provinz zu tragen hat.

Es handelt sich dabei in der Regel um Straßen, deren Einzugsbereich in Deutschland über das Gebiet eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt, in Österreich über eine politische Gemeinde hinausgeht.

In der Schweiz heißen vergleichbare Straßen Kantonsstrassen. Im Fürstentum Liechtenstein sind Landstraßen speziell Straßen, deren Baulast beim Staat Liechtenstein liegt, also durchwegs ebenfalls die überörtlichen Straßen.

Eine Landesstraße ist niederrangiger als eine Bundesstraße, aber höher als eine Kreisstraße eingestuft. Die Kategorisierung als Landesstraße wird durch eine Widmung vollzogen. In den Freistaaten Bayern und Sachsen – nicht jedoch im Freistaat Thüringen – werden Landesstraßen abweichend als Staatsstraßen bezeichnet. Die Landesstraßen entstanden in der Bundesrepublik Deutschland um 1960, als die Landstraßen I. Ordnung, die 1934 im Deutschen Reich eingeführt worden waren, von den Ländern in Landesstraßen umgewandelt wurden.[1]

Die Kurzbezeichnung einer Landesstraße besteht aus dem vorangestellten Großbuchstaben L und einer fortlaufenden Nummer (beispielsweise L 1, L 83, L 262 oder L 3190). Die Staatsstraßen in Sachsen werden entsprechend mit dem Großbuchstaben S (S 190) abgekürzt, die Staatsstraßen in Bayern mit der Buchstabenkombination St (St 2108).

Die Kilometrierung wird mit Stationszeichen markiert. Beginn und Ende von Landesstraßenabschnitten sind mit sogenannten Netzknoten-Nummern bezeichnet. Damit wird die Lokalisierung eindeutig, was beispielsweise für die schnelle Hilfe bei Unfällen wichtig ist. Auf dem Schild sind die Netzknotennummern am oberen Rand angegeben. Diese lassen außerdem die Richtung erkennen, wo die Stationierungsnummern liegen. Im Beispiel des Bildes also links von Nr. 6608 039 nach 6608 023 rechts. Unten rechts auf dem Schild sieht man die sogenannte Stationierungsrichtung. Sie verläuft in unserem Beispiel von rechts nach links. Sie gibt an, in welche Richtung die Straßenkilometer gezählt werden.


Stationszeichen bei Kilometer 2,0 an der L 262 in Landsweiler-Reden (Saarland) (Landesstraße 2. Ordnung, entspricht den Kreisstraßen in anderen Bundesländern)
L 3190 bei Stockheim, durchschnittlicher Ausbau
Regelquerschnitt 9,5 mit einer Fahrbahnbreite von 6,5 m. Gängiger Standardquerschnitt mit einer zulässigen Höchstbelastung von 15.000 Kfz/Tag (davon 300 Lkw/Tag)
Ehemalige Landstraße II. Ordnung in Rammenau-Röderbrunn, Sachsen.
Landes­straße B
Landes­straße L
Die polnische DK 22 entspricht östlich der Oder vorwiegend der ehemaligen R 1