Landsmannschaft (Studentenverbindung)


Als Studentenverbindungen entstanden die heutigen Landsmannschaften im 19. Jahrhundert. Die meisten sind Mitglied des Coburger Conventes (CC).

Landsmannschaften sind in heutiger Zeit oft unpolitisch und haben kein landsmannschaftliches Prinzip mehr, da sie Studenten aus aller Welt aufnehmen und so ihre Traditionen weitertragen. Es gilt das Toleranzprinzip sowie das Tragen von Couleur. Während für Mitglieder von Landsmannschaften im CC das Fechten mindestens zweier Mensuren Pflicht ist, sind Landsmannschaften in anderen Verbänden oder verbandsunabhängige oft fakultativ oder nicht schlagend.

Eine Besonderheit stellen auch die elf Katholisch-Österreichischen Landsmannschaften (KÖL) dar, die nicht-schlagend und konfessionell gebunden sind. Diese sind im Akademischen Bund Katholisch-Österreichischer Landsmannschaften organisiert.

Während die landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse ab dem 15. Jahrhundert reine Zweckverbände mit Zwangsmitgliedschaft waren, bildeten sich zum Ende des 18. Jahrhunderts neue Gemeinschaften heraus, die sich zwar auch Landsmannschaften nannten, aber nach neuen Form suchten und durch die Studentenorden, die sie bekämpften, maßgebend beeinflusst wurden.[1]

Bereits kurz nach der Gründung der Georg-August-Universität 1737 waren die ersten Landsmannschaften entstanden. Bekannt sind die Braunschweiger, Bremenser, Frankfurter, Hamburger, Hannoveraner, Holsteiner, Ilfelder, Kurländer, Livländer, Mecklenburger, Mosellaner, Pommern, Rheinländer und Westfalen. Infolge der ständigen Bekämpfung der Universitätsbehörden mussten sie sich wiederholt auflösen. 1789 lösten sich die Westfalen als letzte Landsmannschaft auf. Die 1810 und 1811 gestifteten Landsmannschaften Hessen und Pommern mussten sich 1812 auflösen und dem Prorektor schwören (7. März 1812), keine neuen Landsmannschaften zu gründen. Zur Umgehung dieses Verbots machten sie noch im gleichen Jahr unter der für die französischen Besatzungsbehörden neutral klingende Bezeichnung Corps wieder auf. Somit verschwanden die Landsmannschaften zunächst aus Göttingen. Die älteren Landsmannschaften sind somit die Vorläufer der Corps.

Erst ab 1837 entstanden die neuen Landsmannschaften, in Göttingen auch Festlandsmannschaften genannt. Verbindungen wurden wieder als Landsmannschaft gegründet, jedoch dem Zeitgeist entsprechend angepasst. Sie übernahmen das von den Orden entwickelte Lebensbundprinzip. Im Sommer 1840 wurde der erste örtliche Landsmannschafter Convent in Göttingen gegründet.


Landsmannschaft der Bukowiner (Wien)