Landtafel


Die sogenannten Landtafeln (tschech. desky zemské) waren zuerst in Böhmen und Mähren eingeführte Register, in denen der Adel seine wichtigen Rechtsgeschäfte aufzeichnen ließ. In den Landtafeln wurde vor allem der adlige Grundbesitz erfasst. Von Tafeln spricht man, weil der Tradition nach die Aufzeichnungen zuerst auf Holztafeln erfolgt sein sollen. Dies ist aber nie der Fall gewesen, vielmehr fanden Registerbücher Verwendung.

1321 wurde die böhmische, 1348 die mährische Landtafel eingerichtet. Die Adelsgemeinden der Nachbarländer Österreich und Steiermark übernahmen bald Institution und Begriff. In den landesherrlichen Kanzleien der bayerischen Teilherzogtümer wurden Landtafeln seit dem 15. Jahrhundert geführt.[1]

Die Landtafel waren Amtliche Bücher in die seit dem 13. Jahrhundert Urteile des Landgerichts und Privilegien und Rechte der einzelnen Adeligen und des ganzen Landes eingetragen wurden. Aus dem Grund der Durchführung von Eintragungen der öffentlich-rechtlichen Urkunden, der Königsprivilegien und der Landtagsbeschlüsse in die Landtafel gehört das Landtafelamt zu den bedeutenden machtpolitischen Institutionen.[2]

In Mähren wurden als Landtafel nur unstreitige Bücher, z. B. Kaufbücher libri contractum bezeichnet.[2]

Die Landtafel wurde immer auch als ständisches Archiv begriffen, denn in die Landtafel wurden die vom König erteilten Privilegien für einzelne Adelige und für das ganze Land und die Landtagsbeschlüsse eingetragen. Nach der Niederlage am Weiβen Berg wurde die Landtafel dem König und den landesherrischen Behörden untergeordnet und die Stände verloren ihr Archiv. Nach den langen Überlegungen wurden 59 Bücher der ständischen Landtafel aus dem ganzen Komplex der Landtafel aussortiert, die von der Ständegemeinde übernommen wurden. Die ständischen Landtafeln beinhalteten: Eintragungen von Nobilitationen und Wappenerteilungen, Inkolaten und Land- und Ständezugeständnisse, Landtagsbeschlüsse, Kammergeldeintragungen und außerordentliche Steuereintragungen. Nach dem Jahre 1795 wurden in die ständische Landtafel nur Landtagsbeschlüsse und Adelsprivilegien eingetragen.[2]

Vom Herrscher stammende Dekrete und Verordnungen – wurden zu der Regelung verschiedener Fragen erlassen. Die ältesten in Böhmen sind die sog. Dekrete des Fürsten Břetislav (auch Statuten von Hnězdno 1039), von denen die Chronica Boemorum des bekannten böhmischen Geschichtsschreibers Cosmas berichtet. Die Břetislavs Dekrete hatten vor allem einen Proklamationscharakter und der böhmische Staat bekannte sich hier eindeutig zu den christlichen Grundsätzen. (Sie wurden in Hnězdno beim Grab von St. Vojtěch proklamiert).


Register der böhmischen Landtafel