Leichte Infanterie


Leichte Infanterie sind leicht bewaffnete und leicht (aus)gerüstete Infanteristen, die in aufgelöster oder lockerer Formation als Plänkler sowohl unmittelbar der Linieninfanterie voraus und in den Flanken kämpfen, als auch als im deutschsprachigen Raum als Jäger bezeichnete selbständige Truppenteile, um wie die leichte Kavallerie einen größeren Gefechtsverband abzuschirmen und voraus und in den Flanken aufzuklären und Feindkräfte zu verzögern.

In der Antike bildeten sich Plänkler wie die griechischen Peltasten und Gastraphetesschützen, oder die römischen Velites heraus. Daneben gab es Schleuderer, Bogenschützen und Speerwerfer. Diese leichten Einheiten dienten dazu gegnerische Reihen vor der Annäherung der Hauptkontingente zu schwächen und in Unordnung zu bringen. Die Hauptlast des Kampfes lag dann auf schwer bewaffnete Hopliten und Legionären, die in geschlossenen Formationen kämpften (Phalanx, Manipel).

Das ganze Mittelalter hindurch gab es Bogenschützen, Schleuderer, Armbrustschützen und weiteres leicht bewaffnetes Fußvolk, das auf schwere Rüstung zugunsten höherer Mobilität verzichtete oder aber sich keine leisten konnte. Im Hochmittelalter hatte man mit den Armbrustschützen einen kostengünstigen und schnell auszubildenden Truppentyp. Ein einfacher Armbrustschütze konnte einen Ritter, der eine lange Ausbildung durchlaufen musste und dessen Rüstung, Ausrüstung, Waffen und Pferde extrem teuer waren, mit einem gut platzierten Schuss töten. Eine denkwürdige Rolle während der Reconquista übernahmen die Almogàvers, Söldner aus dem spanischen Fürstentum Katalonien. Diese leichten Infanteristen schafften es sogar, das französische Herzogtum Athen zu erobern. Im Spätmittelalter wurden während des Hundertjährigen Krieges die englischen Langbogenschützen eine echte Gefahr für die schwer gepanzerten französischen Ritter und Kriegsknechte. Sie waren nur leicht gepanzert und schützten sich mit Spitzpfählen vor gegnerischer Reiterei. Die Langbogenschützen wurden verstärkt in großen Kontingenten eingesetzt; sie waren so zahlreich, dass sie die Zahl der schweren Infanterie bei weitem überschritten. Die schwere Infanterie, bestehend aus abgesessenen Rittern und Kriegsknechten, nahm dadurch eine nebensächliche Rolle im Gefecht ein, dazu herabgestuft, die Langbogenschützen zu beschützen.

In der Frühen Neuzeit nahm die Bedeutung des Bogens und der Armbrust ab und die der Arkebusiere und Musketiere deutlich zu. Die Schwere Infanterie bestand überwiegend aus Hellebardenträgern und Pikenieren. Um die Formationen dieser schweren Truppen zu brechen, gab es Truppentypen wie die Rodeleros oder den Verlorenen Haufen (auch Forlorn Hope).


Leichte Infanterie im Kampf mit Schwerer Infanterie in der Schlacht bei Altenesch 1234
Soldat der leichten Bataillone der King’s German Legion