Leszno


Leszno ( [ˈlɛʃnɔ]?/i), deutsch Lissa (früher auch Lissen und Polnisch-Lissa, nicht zu verwechseln mit Deutsch-Lissa), ist eine kreisfreie Stadt in der Woiwodschaft Großpolen in Polen. Sie ist Verwaltungssitz eines Landkreises, des Powiat Leszczyński, dem sie selbst nicht angehört.

Die Stadt liegt rund 70 Kilometer südwestlich von Posen und etwa 90 Kilometer nordwestlich von Breslau.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1393 als Lesczno, entstanden ist die Siedlung vermutlich bereits im 13. Jahrhundert.[3] Im 14. Jahrhundert war der Ort Sitz einer Pfarrei, und es besteht eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Ziegelsteinkirche. Die Bevölkerung des Ortes kam, neben Einwohnern Großpolens, aus der Lausitz und Schlesien. 1516 zogen die ersten Böhmischen Brüder in den Ort.[3]1547 erhielt Leszno von König Sigismund I. dem Alten das Stadtrecht nach Magdeburger Recht verliehen.[4] Ab 1565 begann die Dominanz der Böhmischen Brüder in der Stadt.[3] Anfang des 16. Jahrhunderts hatte Leszno etwa 1500 Einwohner. Der Dreißigjährige Krieg brachte einen enormen Bevölkerungszuwachs. 1628 flüchtete ein weiterer Teil der in Böhmen und Mähren religiös verfolgten Böhmischen Brüder in die tolerantere Stadt, die fast nur von Evangelischen bewohnt war,[5] darunter auch Johann Amos Comenius, zuvor Prediger in Fulnek (Mähren).[3] In Leszno arbeitete er an der schon seit 1555 bestehenden Lissaer Schule und übernahm etwa 1636 das Rektorat des Gymnasiums (später königliches Comenius-Gymnasium zu Lissa). Durch ein Privileg König Sigismunds III. Wasa wurde Leszno 1631 den größten Städten des Landes rechtlich gleichgestellt.[6]

Leszno war in dieser Zeit eine der bedeutendsten Städte Großpolens. Wirtschaftlich waren unter anderem der Handel, die Tuchproduktion und das Müllereiwesen von Bedeutung.[3] Auch intellektuell war Leszno von Bedeutung. So wirkten hier neben Amos Comenius auch der Kirchenlied-Dichter Johann Heermann, die Dichterin Anna Memorata und der Mathematiker Maciej Głoskowski.[3]


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