Lucien Favre


Lucien Favre (* 2. November 1957 in Saint-Barthélemy, Kanton Waadt) ist ein ehemaliger Schweizer Fussballspieler und jetziger ‑trainer. Gegenwärtig betreut er zum zweiten Mal den OGC Nice.

Der 24-fache Schweizer Nationalspieler galt als sehr guter Techniker und intelligenter Spielmacher. Während seiner Laufbahn spielte er unter anderem bei Neuchâtel Xamax, bei FC Toulouse und bei Servette Genf.

Am 13. September 1985 wurde er schwer verletzt, als ihm im Spiel Servette Genf gegen Vevey-Sports der gegnerische Libero Pierre-Albert Chapuisat (Vater von Stéphane Chapuisat) in die Kniekehle trat. Das Foul wurde nicht geahndet, da ein Spieler dem Schiedsrichter Bruno Galler, wie letzterer sagte, «die Sicht auf den Tatort nahm». Favre erlitt dabei mehrere Knochenbrüche und Bänderrisse. Das Foul zog einen zwei Jahre dauernden zivilrechtlichen Prozess – den ersten in der Geschichte des Schweizer Fussballs – nach sich, an dessen Ende Chapuisat durch das Genfer Polizeigericht zu einer Geldstrafe von 5000 Franken wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt wurde.[1]

Nach der verletzungsbedingten achtmonatigen Pause gelang Favre ein Comeback bei Servette; er spielte ab 1987 unter anderem mit Karl-Heinz Rummenigge zusammen, der von Inter Mailand nach Genf gewechselt war. 1991 beendete Favre bei Servette Genf seine aktive Zeit.

In seiner Zeit in der Schweizer Nationalmannschaft erzielte Favre in 24 Spielen einen Treffer. Dieser fiel bei seinem ersten Länderspiel beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande am 1. September 1981 in Zürich;[2] auch Ruud Gullit und Frank Rijkaard gaben an diesem Tag ihr Nationalmannschaftsdebüt. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 26. April 1989 in Lissabon bei der 1:3-Niederlage gegen Portugal.[3]

Favres Trainerkarriere begann 1991 beim FC Echallens als Trainerassistent der C-Junioren. Nach einem Jahr trainierte er die Junioren-Mannschaft (14-Jährige) und übernahm danach die erste Mannschaft. Unter Favres Leitung stieg der Verein in die Nationalliga B auf, was der bis dahin grösste Erfolg des Vereins war.


Lucien Favre in den 1980er Jahren
Lucien Favre in den 1980er Jahren
Favre als Trainer von Hertha BSC (2009)
Favre als Trainer von Borussia Mönchengladbach (2011)