Münze


Eine Münze ist in der Numismatik ein meist rundes und relativ zum Durchmesser dünnes, geprägtes oder früher auch gegossenes, vom Staat ausgegebenes gesetzliches Zahlungsmittel und damit neben der Banknote eine Art des Bargeldes. Im übertragenen Sinn steht die Bezeichnung „Münze“ auch für eine Münzstätte.

Das Wort Münze ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen (lateinisch moneta), das um 790 im Althochdeutschen als „muniza“ und 830 als „muniz“ auftauchte.[1]

Münzen bestehen fast immer aus einer Metall-Legierung. Eckige Münzen heißen in der Numismatik Klippen und noch ungeprägte Münzrohling Ronde, Platte bzw. früher Schrötling. Münzen werden heute überwiegend durch Münzprägung hergestellt. Eine Münze ist oder war gesetzliches Zahlungsmittel und als solches vom Staat oder staatlichen Stellen ausgegeben. Fehlt es an einer dieser beiden Voraussetzungen, liegt keine Münze vor.[2]

Nach ihrer Funktion lassen sich Münzen in Kursmünzen (für den alltäglichen Zahlungsverkehr), Gedenkmünzen (als Sammelobjekte zur Erinnerung an ein Ereignis) und Anlagemünzen (als Geldanlage) unterscheiden. Gedenkmünzen und Anlagemünzen gehören streng genommen zu den Medaillen, die nicht dem Zahlungsverkehr dienen. Davon abzugrenzen sind Marken oder Zeichen, die als münzähnliche Prägungen verschiedenste Zwecke erfüllen, zum Beispiel als Wertmarke, Spielmarke, Lebensmittelmarke, Garderobenmarke oder Token.[3] Im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Metallwert und Nennwert unterscheidet man zudem zwischen Kurantmünzen und Scheidemünzen.

Geld in Form von Münzen war lange Zeit das einzige Bargeld – bis im 11. Jahrhundert das erste Papiergeld aufkam. Somit kam es nach und nach zu einer Koexistenz von Münzen und Banknoten, was bis heute der Fall ist.

Die ersten Funde von vermutlichem Metallgeld stammen aus dem Mittelmeerraum und datieren um die Zeit 2000 v. Chr. Es handelt sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze.


Stater aus Korinth (Kopf der Athene, 4. Jahrhundert v. Chr.)
Römischer Aureus des Septimius Severus (193–211)
Hochrandpfennig (Sachsenpfennig) 985–1000, nach karolingischem Vorbild. Vorderseite Tempel, Rückseite Kreuz, in den Winkeln je eine Kugel.
Ludwig III. (1172–1190), Landgraf von Thüringen, Reiterbrakteat um 1180, Münzstätte Gotha oder Eisenach
Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht, halber Schwertgroschen, Jahreszahl 1482, Mmz. Kleeblatt, geprägt in der Münzstätte Zwickau und in der Münzstätte Schneeberg
Münzschläger der frühen Neuzeit
Taler mit dem Porträt des Rex Romanorum Maximilian I. (1486–1519)
Eingangskasse aus Stein in der Zrinski-Burg (Nordkroatien) für Münzen, mit denen die Untergebenen den Eintritt in die Burg bezahlten.
1 Rubel Prednistrowien Avers, Kursmünzen aus Plaste
Locumtenenstaler, Schautaler Friedrichs des Weisen o. J., geprägt nach 1507 auf die Statthalterwürde, erste Vikariatsgedenkprägung Sachsens. Der Schautaler könnte eine Medaille sein.
Amulettmünze (hier der Mansfelder Georgstaler)
Ausschnitt aus einer 20-Cent-Münze
Münze "Blauer Planet"
Deutschlands erste 5-Euro-Münze mit Polymerring
Größte gefräste Münze auf der Weltausstellung Expo2020 in Dubai