Magister


Lateinisch magister steht frei übersetzt für Lehrer oder Meister. Von magister leiten sich sowohl das deutsche Wort Meister als auch das französische maître (altfranzösisch maistre) und hiervon englisch Master und Mister ab.

Die heute übliche deutsche Abkürzung des Studienabschlusses lautet M.A. für Magister Artium/Magistra Artium oder, vor allem in Österreich, Mag.; sie wird in Deutschland zumeist nach dem Namen und in Österreich vor dem Namen geführt. M.A. erscheint zuweilen auch ohne Punkte (MA). Frühere Abkürzungen waren in Anlehnung an Dr. (Doktor) das hauptsächlich von Pharmazeuten verwendete Mr. und das von Theologen verwendete M.

Das manchmal in Anlehnung an die feminine Wortform von doctor (doctrix) verwendete Kunstwort Magistrix ist in lateinischen Textquellen nicht belegt. Die heute übliche Form Magistra ist eine neuzeitliche Wortschöpfung.

Im Mittelalter waren Magistrat und Doktorat noch gleichrangig und unterschieden sich nur nach den Disziplinen. Häufig war das Lizenziat als akademischer Grad vorgeschaltet wie heute noch in der katholischen Theologie.

Das moderne Magisterstudium zeichnet sich im Unterschied zum oft technisch ausgerichteten Diplomstudium durch eine breitere Orientierung aus.[1] Hierbei können die Studenten die Zusammenstellung der Fächer aus dem Angebot der Hochschule oft weitgehend selbst bestimmen. Das Magisterstudium eröffnet die Möglichkeit der Kombination künstlerischer Fächer bspw. mit Sprachen und geschichtswissenschaftlichen Fächern sowie auch Fächern anderer Fakultäten als weiterem Hauptfach bzw. als Nebenfächer. Somit ist den Studenten die Möglichkeit zur Beschäftigung mit einem breiten wissenschaftlichen Spektrum gegeben und eigene Interessen können weitgehend verwirklicht werden.

Die Studenten belegen entweder ein Hauptfach und zwei Nebenfächer, z. B. Kunstpädagogik mit Erziehungswissenschaft und Soziologie oder zwei Hauptfächer, z. B. Geschichtswissenschaft und Germanistik oder Skandinavistik und Politikwissenschaft. Zumindest an der JLU Gießen ist noch eine dritte Variante bekannt, nach der ein Hauptfach, ein Nebenfach und zwei sogenannte Studienelemente studiert werden konnten, z. B. Neuere Geschichte (HF), Fachjournalistik (NF) sowie Spanisch (SE1) und Germanistik (SE2). Der Gesamtstudienaufwand ist bei allen Kombinationsmöglichkeiten im Wesentlichen gleich. Während beim Nebenfachstudium das Hauptaugenmerk auf dem Erwerb grundlegender Kenntnisse liegt, wird beim Hauptfachstudium neben den Grundlagen Wert auf die Beschäftigung mit speziellen Themenkreisen gelegt.