Mailand


Mailand (italienisch Milano [miˈlaːno], lombardisch Milan [miˈlã(ŋ)],[2] lateinisch Mediolanum) ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei sowie der Metropolitanstadt Mailand. Die Metropolregion war 2006 mit 7,4 Millionen Einwohnern der größte italienische Ballungsraum.[3]

Einst eine Gründung keltischer Siedler, erlebte die Stadt im Römischen Reich einen raschen Aufschwung. Mailand unterstand in seiner Geschichte dem Einfluss deutscher, französischer und österreichischer Kaiser und wuchs nach der Einigung Italiens zur größten Industriestadt des Landes. Sie ist heute die führende Kultur-, Medien- und Modemetropole Italiens, eine Universitätsstadt und ein internationaler Finanzplatz als Sitz der Italienischen Börse. Sie beherbergt ein Weltkulturerbe, historisch bedeutsame Bauwerke und vielfältige Kunstschätze, die mehrere Millionen Touristen pro Jahr anziehen. Die Messestadt ist dank ihrer verkehrsgünstigen Lage in der oberitalienischen Po-Ebene ein Knotenpunkt des Schienen- und Autobahnnetzes und zweitgrößtes Luftfahrtdrehkreuz Italiens mit drei internationalen Flughäfen.

Mailand liegt in der nordwestlichen Po-Ebene, etwa mittig zwischen dem Fluss Po im Süden und den Ausläufern der Alpen im Norden. Die Kernstadt befindet sich in einer weitgehend flachen Ebene, der höchste Punkt ist bei 122 m über dem Meeresspiegel. Zwei Flüsse verlaufen durch die Stadt: der Olona im Westen und der Lambro im Osten. Mittelalterliche Kanäle, die Navigli, verbinden Mailand mit den oberitalienischen Seen und den lombardischen Flüssen und waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von maßgeblicher Bedeutung für die lokale Wirtschaft.[4]

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 182 km² mit 1.343.230 Einwohnern. Zur Mailänder Agglomeration mit insgesamt über fünf Millionen Einwohnern zählen zahlreiche Vororte, die vor allem nach Norden bis nach Varese, Como, Lecco und Bergamo reichen. In der Metropolregion leben über 7,6 Millionen Menschen. Die Metropolregion Mailand ist Teil der südlichen Spitze der Megaregion Blaue Banane.

Angrenzende Gemeinden sind Arese, Assago, Baranzate, Bollate, Corsico, Peschiera Borromeo, Rho, Sesto San Giovanni, Cormano, Cologno Monzese, Bresso, Novate Milanese, Vimodrone, Pero, Segrate, Settimo Milanese, Cusago, Cesano Boscone, Trezzano sul Naviglio, San Donato Milanese, Buccinasco, Rozzano und Opera.

Mailand ist in neun Stadtbezirke (Municipi) eingeteilt. Die ursprünglich zwanzig Bezirke wurden 1999 reduziert. Heute umfasst Zona 1 den historischen Stadtkern, alle übrigen acht Bezirke sind als Kreissegmente im Uhrzeigersinn um die Altstadt angeordnet. Die Mailänder Stadtbezirke erhalten durch einen Bezirksrat (Consigli di Zona) und einen Bezirkspräsidenten einen teilsouveränen Status, u. a. in der Finanzverwaltung.


Die neun Stadtbezirke Mailands
Karte der römischen Stadt Mediolanum
Die Torre Filarete mit dem Eingangstor zum Castello Sforzesco
Zeitgenössische Ansicht Mailands aus dem 16. Jahrhundert
Verkehr auf der Piazza del Duomo
um 1900
Der Mailänder Dom von der Piazza del Duomo aus gesehen
Seit 2016 amtierender Bürgermeister Giuseppe Sala
Das Teatro alla Scala, auch kurz die Scala, eines der bekanntesten und bedeutendsten Opernhäuser der Welt
Palazzo Mezzanotte an der Piazza Affari, Sitz der Borsa Italiana
Die Bosco Verticale–Zwillingstürme neben der Torre Unicredit
Metropolitana di Milano, Stazione Garibaldi
Hauptgebäude der Universität Mailand