Methana


Methana (griechisch Μέθανα (n. pl.), altgriechisch ἡ Μεθάνα (f. sg.)) ist eine Halbinsel in der Argolis am Saronischen Golf am Ostzipfel der Peloponnes (χερσόνησος των Μεθάνων ‚Halbinsel Methana‘) und ein Gemeindebezirk in der Gemeinde Trizinia-Methana. Von 1912 bis Ende 2010 war es eine eigenständige Gemeinde (Δήμος Μεθάνων) in der Region Attika. Hauptort der Gemeinde war der im Südteil gelegene gleichnamige Kurort Methana. Zum 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde mit Trizina zur neuen Gemeinde Trizinia-Methana vereinigt, wo sie seither einen Gemeindebezirk bildet.

Die Halbinsel Methana ist der nordwestlichste Ausläufer des Kykladenbogens, auf dem die aktiven Vulkangebiete Methana, Milos, Santorin und Nisyros liegen. Sie ist übersät von über 30 Vulkandomen und zahlreichen schwefelhaltigen Thermalquellen vulkanischen Ursprungs.

Der historische Ausbruch des Vulkans Kameno Vouno fand vermutlich zwischen 277 und 239 v. Chr. beim Dorf Kameni Chora neben dem älteren Vulkandom Malia Vgethi im Nordwesten der Halbinsel statt. Die antiken Schriftsteller Ovid,[2] Strabon[3] und zuletzt Pausanias[4] berichteten von dem Vulkanausbruch und den danach entsprungenen Heilquellen an der Küste bei der Siedlung Agios Nikolaos.

Vor der Nordwestküste Methanas wurde 1987 der unterseeische Vulkan Pafsanias entdeckt, der noch im 17. Jahrhundert aktiv war. Dieser Ausbruch und die heißen Quellen deuten darauf hin, dass der Vulkanismus auf Methana nicht erloschen ist und auch in Zukunft weitere Vulkanausbrüche zu erwarten sind.[5]Seit 1991 wird die Halbinsel von der ETH Zürich geologisch und kartographisch erforscht. Daraus entstand je eine geologische und je eine topographische Karte der Halbinsel im Maßstab 1:25.000. Mit diesen Daten wurde auch eine dreidimensionale Landkarte geschaffen, die im Internet virtuell durchwandert werden kann[6]. Die höchste Erhebung ist die Chelona (griechisch Χελώνα (f. sg.)) mit 741 m.

Die heutigen Methaner gehören zu den Arvaniten, einer ursprünglich aus Süd-Albanien stammenden Minderheit, die im Mittelalter nach Griechenland einwanderte. Auch wenn Methangas aus Mofetten auf der Halbinsel aus der Erde kommt, so ist der Name Methanas nicht darauf zurückzuführen. Während Methana schon in der Antike so genannt wurde, ist der Name des Gases neuzeitlich[7] (wenn auch aus altgriechischen Bestandteilen zusammengefügt).

Weder Stadt noch Halbinsel sind im Altertum zu nennenswerter Bedeutung gelangt, obwohl die Besiedlung seit der mykenischen Zeit nachgewiesen ist. Antike Funde, die zum ersten Mal von Michael Deffner beschrieben wurden, sind auf der gesamten Halbinsel verstreut.


Panoramablick auf den Hauptort der gleichnamigen Halbinsel Methana
Die Halbinsel Methana, von der benachbarten Insel Angistri aus gesehen
Blick von einem der Dome des Vulkans Kameno Vuono (425 m) in nördliche Richtung (16°). Die Insel in der Mitte ist Agistri.
Lavafeld auf Methana
Paliokastro von Methana