Nachrangiges Darlehen


Nachrangige Darlehen (oder Nachrangdarlehen; englisch junior debt, subordinated loans) gehören bei Unternehmen zum Mezzanine-Kapital und sind Finanzinstrumente, die im Falle der Liquidation oder Insolvenz im Rang hinter andere Forderungen gegen das schuldende Unternehmen zurücktreten.

Regelfall bei der Unternehmensfinanzierung stellen Darlehen dar, die absolute Rückzahlungspflichten nach § 488 Abs. 1 BGB enthalten (englisch senior debt) und damit nicht mit Privilegierungsbedingungen zugunsten anderer Gläubiger ausgestattet sind. Beide gehören zu den Darlehen und sind damit Fremdkapital aus der Sicht des aufnehmenden Unternehmens.

Als Darlehensgeber kommen die Gesellschafter des kreditnehmenden Unternehmens (Gesellschafterdarlehen), aber auch andere Kreditgeber wie Förderbanken (KfW Bankengruppe) oder Private Equity/Venture-Capital-Gesellschaften in Frage. Die KfW stellt bei Existenzgründungen Nachrangdarlehen zur Verfügung. Nachrangdarlehen werden im Regelfall nicht besichert und sind – wegen ihrer größeren Ausfallwahrscheinlichkeit – mit einem höheren Zins ausgestattet. Eine Besicherung scheidet meist bereits deshalb aus, weil die Forderung erst sehr spät fällig wird (bei der Liquidation oder in der Insolvenz) und erst dann Verwertungsreife eintritt. Für den gewerblichen Vertrieb von mezzaninen Finanzierungsinstrumenten, die keine „Finanzinstrumente“ im Sinne des § 1 Abs. 11 KWG sind, wie beispielsweise die stille Beteiligung, das unverbriefte Namens-Genussrecht, das partiarische Darlehen und das Nachrangdarlehen, war bislang eine Erlaubnis nach § 34c GewO ausreichend. Seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes am 10. Juli 2015 ist eine Erlaubnis nach § 34f Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 GewO erforderlich.[1]

Die Rückzahlung der Nachrangdarlehen ist mit der aufschiebenden Bedingung verknüpft, dass sie im Falle der Insolvenz oder der Liquidation des Kreditnehmers erst nach der Befriedigung anderer (vorrangiger) Gläubiger (senior debt) getilgt werden müssen. Nachrangigkeit bedeutet mithin, dass die hiervon betroffene Forderung im Liquidations- oder Insolvenzfalle des Schuldners erst bedient wird, wenn sämtliche Gesellschaftsgläubiger im Sinne des § 39 Abs. 2 InsO befriedigt wurden, aber im Range vor oder gleichrangig mit den Einlagerückgewähransprüchen der Gesellschafter im Sinne des § 199 Satz 2 InsO. Diese Bedingung ist als Rangrücktritt, Subordination oder Nachrangabrede ausgestaltet. Eine Rangordnung wird für den Fall festgelegt, dass die Vermögenswerte des Unternehmens nicht ausreichen, um alle Forderungen zu bedienen.

Im Hinblick auf das Finanzrisiko des Gläubigers stehen die Unitranche-Finanzierung und das nachrangige Darlehen an letzter Rangstelle und weisen ein mit dem Eigenkapital vergleichbares Insolvenzrisiko auf. Die Wahrscheinlichkeit für beide Finanzinstrumente, eine Rückzahlung aus der Insolvenzmasse zu erhalten, tendiert gegen null.