Niedersächsisches Landgestüt Celle


Das Niedersächsische Landgestüt Celle ist das Landgestüt des Landes Niedersachsen, das seinen Sitz in Celle hat.

Die Gründung des Landgestüts in Celle wurde mit Erlass vom 27. Juli 1735 durch Georg II., König von England und Kurfürst von Hannover, angeordnet. Es war eine der Institutionen, neben dem Zuchthaus und dem Oberappellationsgericht, die als Ausgleich für die Verlegung der Residenz des Kurfürsten von Celle nach Hannover gedacht waren. Zweck dieser Einrichtung war es, den Landwirten gegen geringes Entgelt gute Hengste zur Bedeckung ihrer Stuten bereitzustellen, aber auch um den Bedarf der Kavallerie an Pferden zu decken, die bis dahin überwiegend aus England eingeführt wurden. Die züchterischen Erfahrungen Englands nutzend wurden englische Vollblüter angekauft, um die in der Landwirtschaft und im Fuhrwesen tätigen, schweren Warmblutpferde zu veredeln. Die Gründung und Einrichtung des Landgestüts oblag dem Minister Gerlach Adolph von Münchhausen, der seit 1732 auch als Großvogt von Celle amtierte.

Ein Rückblick auf die ersten 50 Jahre des Gestüts wurde 1921 in der Celleschen Zeitung abgedruckt:[1]

Beginnend im Jahre 1735 mit einem Hengstbestand von 13 Hengsten aus dem Holsteiner Zuchtgebiet hatte das Landgestüt um das Jahr 1800 bereits rund 100 Hengste, die alljährlich auf 50 Deckstationen entsandt wurden. Um diese Zeit wurde auch damit begonnen, für die Fohlen die von den Hengsten des Landgestütes abstammen, Herkunftsnachweise anzulegen. Damit war die Grundlage für die hannoversche Pferdezucht gelegt. 150 Jahre später wurden von insgesamt 560 Landbeschälern der Landgestüte Celle, Osnabrück-Eversburg (gegründet 1925) und Harzburg-Büntheim (gegründet 1815) 34.000 Stuten gedeckt. Nach diesem zahlenmäßigen Höchststand brachte die technische Entwicklung in den Folgejahren jedoch einen erheblichen Rückgang der Pferdezucht und -haltung mit sich, der sich auch auf die Gestütshengsthaltung auswirkte.

In den Jahren 1960/61 wurden die Gestüte Osnabrück und Harzburg aufgelöst und der Hengst- und Personalbestand vom Landgestüt Celle übernommen. Im Jahre 1960 waren von 179 Gestütshengsten nur noch 4240 Stuten gedeckt worden. Von 1958 bis 1979 leitete Christian von Stenglin als Landstallmeister das Landgestüt. Unter seiner Leitung meisterte das Landgestüt diese Existenzkrise: Mit der Umstellung des Hengstbestandes und Ausrichtung auf ein Sport-Warmblutpferd legte er mit den Grundstein für die moderne Hannoversche Pferdezucht.[2]

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Landgestüts 1985 wurde die Bronzeplastik „Hengst Wohlklang in der Freiheitsdressur“ aufgestellt. Sie befand sich zunächst auf dem Paradeplatz im Landgestüt und wurde nach den Hengstparaden im Schlosspark platziert.


Das Landgestüt, kolorierte Lithografie aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Hengstvorführung beim Besuch des griechischen Königspaars am 21. September 1956
Gespannvorführung bei der Hengstparade im Jahr 2004