Nordsee


Die Nordsee (veraltet Westsee, Deutsches Meer[2]) ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans. Sie ist ein Schelfmeer und liegt im nordwestlichen Europa. Bis auf die Meerengen beim Ärmelkanal und beim Skagerrak ist sie auf drei Seiten von Land begrenzt und öffnet sich trichterförmig zum nordöstlichen Atlantik. In einem 150-Kilometer-Bereich an der Küste leben rund 80 Millionen Menschen.

Die Nordsee selbst ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Zugang Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten. Die südliche Nordsee ist zusammen mit dem angrenzenden Ärmelkanal die am dichtesten befahrene Schifffahrtsregion der Welt. Unter dem Meeresboden befinden sich größere Erdöl- und Erdgasreserven, die seit den 1970er Jahren gefördert werden. Kommerzielle Fischerei hat den Fischbestand des Meeres in den letzten Jahrzehnten vermindert. Umweltveränderungen entstehen auch dadurch, dass die Abwässer aus Nordeuropa und Teilen Mitteleuropas direkt oder über die angrenzende Ostsee in das Meer fließen.

Die Nordsee liegt größtenteils auf dem europäischen Kontinentalschelf. Eine Ausnahme bildet lediglich ein schmales Gebiet der nördlichen Nordsee vor Norwegen. Die Nordsee wird begrenzt von der Insel Großbritannien im Westen und dem nord- und mitteleuropäischen Festland mit Norwegen (Nordost), Dänemark (Ost) sowie Deutschland (Südost), Niederlande (Süd), Belgien und Frankreich (Südwest). Im Südwesten geht die Nordsee durch die Straße von Dover in den Ärmelkanal über, im Osten hat sie über Skagerrak und Kattegat Kontakt zur Ostsee und nach Norden öffnet sie sich trichterförmig zum Europäischen Nordmeer, das im Osten des Nordatlantiks liegt. Neben den offensichtlichen Grenzen durch die Küsten der Anrainerstaaten wird die Nordsee durch eine gedachte Linie vom norwegischen Lindesnes hin zum dänischen Hanstholm in Richtung Skagerrak abgegrenzt.

Die nördliche Grenze zum Atlantik ist naturräumlich weniger eindeutig. Während die seit langem im Entwurfsstadium befindliche 4. Edition der Limits[4] die Nordgrenze nach Süden zum Breitenkreis 60⁰ 51' N verschiebt, verläuft die Grenze des Oslo-Pariser-Abkommens von 1962 etwas weiter westlich und nördlich entlang von 5° westlicher Länge und 62° nördlicher Breite auf Höhe des norwegischen Geirangerfjords.

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 1.120 km von 50° 56′ N bis 62° N. Die maximale Breite von Osten nach Westen beträgt 1.001 km von 4° 26′ W bis 9° 50′ O.

Die Flächenausdehnung der Nordsee beträgt rund 575.000 km2 bei einer durchschnittlichen Tiefe von 94 m. Das ergibt ein Wasservolumen von 54.000 km3.


Lage der Vorhersagegebiete in Nordsee (Skagerrak fehlt) und Ostatlantik
Karte der Nordsee um 8000 v. Chr.
In der heutigen südlichen Nordsee lag damals das Doggerland.
Satellitenaufnahme der Nordsee, die Doggerbank ist rot umrandet
Rheinmündung
Meeresströmungen in der Nordsee
Realer Tideneintritt in Stunden nach Bergen (negative Zahlen: vor Bergen)
The Wash bei Niedrigwasser
Eine fliegende Silbermöwe
Eine fliegende Silbermöwe
Sylt
Norwegischer Geirangerfjord
Blick vom Pentland Firth nach Orkney
Die dänische Nordseeküste bei Henne Strand
Wattenmeer bei Keitum auf Sylt
Luftaufnahme von Helgoland
Deichfreie Küste bei Schobüll
Warften wie hier auf Hallig Hooge waren der erste Versuch der Menschen, sich vor dem Wasser zu schützen
Ein aufziehender Sturm über der Nordsee
Betontetrapoden, hier in Hörnum auf Sylt, werden nicht mehr aufgebaut. Sie beschleunigten den Landverlust, anstatt ihn zu verlangsamen.
Der 32 Kilometer lange Abschlussdeich der Zuiderzeewerke
Flussmündungen werden oft durch Sperrwerke geschützt (hier die Thames Barrier).
Ungefähre Aufteilung der Nordsee nach Wirtschaftszonen
Bohrplattform Beryl Alpha
Ölförderung im norwegischen Sektor nach Ölfeldern
Windpark Thorntonbank vor der belgischen Küste
Werbeannonce für Nordseefisch: Bereits 1917 wurde Fisch von Bremerhaven nach Bozen versandt
Trawler vor der schottischen Küste
Waalhafen im Europoort Rotterdam
Ein Hafenschlepper dreht den RoRo-Frachter Tamesis aus Tønsberg auf der Norderelbe
Krabbenfischer zu Pferde in Oostduinkerke an Zee/Belgien
Verteilung altgermanischer Sprachen im Nordseeraum um 900. Die Karte verdeutlicht, dass Siedlungsschübe mehrmals quer über die Nordsee verliefen.
Kanal in Brügge
Niederländischer Ostindienfahrer und Westindienfahrer um 1650
William Turner: The Fighting Téméraire tugged to her last Berth to be broken.
Die Téméraire wird zum Abwracken an ihren letzten Liegeplatz geschleppt.
Untergang des deutschen Großen Kreuzers Blücher im Gefecht auf der Doggerbank (1915)
Im Zweiten Weltkrieg erwies sich, dass die strategische Bedeutung von Schiffen gegenüber Flugzeugen zurückging. Großbritannien gewann die Luftschlacht um England unter anderem deshalb, weil es die gesamte Küste mit Radar überwachen konnte.
Statfjord A (1982)