Numerus clausus


Unter Numerus clausus, abgekürzt NC, Synonym Zulassungsbeschränkung, versteht man Einschränkungen der Zulassung an Schulen, Hochschulen und Universitäten.

Der Ausdruck kommt von lateinisch numerus für ‚Zahl, Anzahl‘ und clausus für ‚geschlossen‘, und bedeutet zu deutsch etwa ‚beschränkte Anzahl‘. Er bezeichnet die meist kapazitätsbezogene Begrenzung der Zulassung in bestimmten Studienfächern beim Zugang zu einem Studium an einer Universität, einer Hochschule oder an anderen Schulen.

Die Bezeichnung in Bezug auf Höchstzulassungszahlen war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch[1][2] und wurde damals auch für Höchstzahlen für weibliche oder jüdische Studenten verwendet.[3]

Der Ausdruck wird fälschlich manchmal mit dem Zulassungskriterium (z. B. Notendurchschnitt, Eignungstest) gleichgesetzt. Nicht unter den Begriff fallen Eignungsfeststellungen, wie beispielsweise Tests der körperlichen Leistungsfähigkeit für Sportstudien oder Tests der künstlerischen Begabung für Kunststudien.

Der Terminus Numerus clausus wird über die Bezeichnung von Zulassungsbegrenzung für Studiengänge hinaus auch in den Rechtswissenschaften benutzt: siehe Numerus clausus (Recht).

Die europäische Gleichbehandlungspolitik in Bezug auf Studienplatzbewerber aus allen Mitgliedsländern verbietet alle Regelungen, die Werber aus einem Land benachteiligen. So hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) Juli 2005 nach einer Klage in Belgien, das einen Numerus clausus nach Herkunftslandprinzip – also einen Nachweis über die faktische Studienzulassung im Heimatland – gegen den französischen Andrang in der Wallonischen Region eingeführt hatte, als Verstoß gegen Unionsrecht verworfen.[4] Diese Regelung gilt nicht für Drittstaaten.