Omloop Het Nieuwsblad


Omloop Het Nieuwsblad, bis einschließlich 2008 Omloop Het Volk genannt, ist ein Radrennen in der belgischen Provinz Ostflandern.

Das Eintagesrennen stellt die belgische Saisoneröffnung dar und gilt als Halbklassiker.[1][2] Es wird üblicherweise am letzten Samstag im Februar oder am ersten Samstag im März ausgetragen. Charakteristisch für das Rennen sind das zumeist schlechte Wetter (oft fällt Schnee oder Regen), zahlreiche steile Anstiege und Abschnitte mit Kopfsteinpflaster.

Der Wettbewerb wurde beginnend mit der Saison 2017 in die den Kalender der UCI WorldTour aufgenommen.[3]

Meist im Sommer findet der Omloop Het Nieuwsblad Beloften statt, bis zur Einführung der Einheitslizenz 1995 als Amateurrennen und seitdem als Eliterennen als U23-Rennen zum Teil in den UCI-Katgeorieen 1.2 bzw. 1.2U.

Das Rennen wurde erstmals unter dem Namen Omloop van Vlaanderen 1945 durchgeführt, organisiert von der progressiven Zeitung Het Volk. Gedacht war das Rennen als Konkurrenz zur Flandern-Rundfahrt, die wegen Vorwürfen von Kollaboration des Organisators von Het Nieuwsblad, Karel Van Wijnendaele, mit den deutschen Besatzern an Glaubwürdigkeit verloren hatte.[2] Erster Gewinner war der Belgier Jean Bogaerts. Zu Beginn war das Rennen auch unter dem Namen Gent-Gent bekannt, weil einige Zeitungen der Konkurrenz keine zusätzliche Publizität einräumen wollten.[2] 1947 wurde das Rennen auf Druck von Het Nieuwsblad in Omloop Het Volk umbenannt, um eine Verwechslung der beiden Rennen zu vermeiden. Die Fehde zwischen beiden Zeitungen überdauerte Jahrzehnte, bis „ironisch genoeg“[2] Het Volk von Het Nieuwsblad übernommen wurde. Zwischenzeitlich trug das Rennen noch den Untertitel "Gent–Lokeren".[4] Ab 2008 wird das Rennen von Het Nieuwsblad organisiert und befährt oft die gleichen Anstiege wie die Flandern-Rundfahrt.[2] Traditionell erhalten die Fahrer bis zum 25. Platz Geldprämien.[5]

Das Rennen von 1960 wurde nicht durchgeführt, weil sich die Organisatoren mit der Union Cycliste Internationale zerstritten hatten. Der Weltverband hatte andere belgische Frühjahrsrennen bei der Festlegung des Rennkalenders bevorzugt behandelt, weshalb das Rennen aus Protest abgesagt wurde. 1955, 1974 und 1988 hatte es in der Nacht vor dem Rennen heftige Schneefälle gegeben, doch die Durchführung konnte trotzdem gewährleistet werden. Das Rennen von 1971 war wegen Schneefalls um drei Wochen verschoben worden, doch just am Renntag setzte Tauwetter ein. 1986 und 2004 hatte es derart heftig geschneit, dass das Rennen aus Sicherheitsgründen ganz abgesagt werden musste.[6]


Siegerpodest 2015 (v. l. n. r.): Niki Terpstra, Ian Stannard und Tom Boonen