Ornament


Ein Ornament (von lat. ornare „schmücken, zieren, ordnen, rüsten“) ist ein sich meist wiederholendes, oft abstraktes oder abstrahiertes Muster, Schmuckelement oder -motiv mit für sich genommen symbolischer Funktion. Ornamente finden sich auf Stoffen, Bauwerken, Tapeten. Ornamente sind oft Bestandteil oder Motive in der dekorativen Kunst, beispielsweise im Kunsthandwerk.

Die im Zusammenhang verwendeten Ornamente werden zusammenfassend als Dekoration, Verzierung, Schmuck, Ornamentierung oder Ornamentation bezeichnet.[1]

Jedes Ornament weicht formal deutlich vom Hintergrundmuster ab und wird häufig farblich oder durch Erhebung abgegrenzt. Bereits in der Steinzeit finden sich Keramikgefäße, die mit Ornamenten verziert sind. Ornamente können gegenständlich aus Blumen- oder Fantasiemustern gebildet werden. Blumen und Blätterornamente sind häufig in Kirchen, Kathedralen, Kreuzgängen und anderen Bauwerken an Säulen oder Erkern sowie an Decken (Stuck) oder Hauseingängen. Ornamente können auch abstrakte Formen, etwa traditionelle Clan-Muster oder Stammeszeichen, enthalten, um die Zugehörigkeit des Trägers zu verdeutlichen. Besonders häufig kommen sie in der islamischen Kunst (wegen des dortigen Bilderverbots) als Arabeske vor.

Als Ornamentik bezeichnet man die Gesamtheit der Ornamente im Hinblick auf ihre innerhalb einer bestimmten Stilepoche oder für einen bestimmten Kunstgegenstand typischen Formen sowie auch die Verzierungskunst.[2] Die Ornamentik der klassischen Säulenarchitekturen nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da sie in der Regel einer tektonischen Logik folgt. Die einzelnen Ornamente werden dabei als Reminiszenzen konstruktiver Elemente der frühen griechischen Holzarchitektur verstanden. Der angemessene Einsatz der einzelnen Ornamente ist somit kanonischen Bindungen unterworfen und ist ein bestimmendes Thema der frühneuzeitlichen Architekturtheorie.

Ornamente grenzen sich von Bildern im klassischen Sinne dadurch ab, dass ihre narrative Funktion gegenüber der schmückenden in den Hintergrund tritt. Sie bauen weder zeitlich noch in der räumlichen Tiefe eine Illusion auf. Ornamente erzählen keine kontinuierliche Handlung und sind auf die Fläche beschränkt. Trotzdem können Ornamente naturalistisch und plastisch ausgeprägt sein oder einzelne Gegenstände wie Vasen werden ornamental verwendet, wenn sie als Hauptfunktion verzieren.


Eierstab-Ornament an einem Fries der Nikolaikirche Leipzig
Aufwändige Ornamentmalereien im Speyerer Dom, gefertigt von Joseph Schwarzmann um 1850; zerstört 1960
Ornament aus dem 16. und 17. Jahrhundert
Bandelwerk: Deckenstuck von Jacopo Appiani, um 1730, Stiftsbibliothek Waldsassen.
Zopfstil-Ornament, Schloss Pöckstein in Straßburg (Kärnten), um 1782.
Neurenaissance-Ornamentik auf dem Katalog der Vorbilder-Sammlung des Gewerbe-Museums Bremen, 1889.
Ornamentik an der Pauluskirche in Bern