Bauchspeicheldrüse


Die Bauchspeicheldrüse – fachsprachlich auch das Pankreas (latinisiert auch Pancreas, von griechisch: πάγκρεας, pánkreas, von πᾶν pân für „alles, ganz“, und κρέας kréas für „Fleisch“) – ist ein quer im Oberbauch hinter dem Magen liegendes Drüsenorgan der Wirbeltiere.

Die von ihr gebildeten Verdauungsenzyme („Pankreassäfte“) werden in den Zwölffingerdarm abgegeben. Sie ist daher eine exokrine Drüse (exokrin „nach außen abgebend“; in diesem Falle in den Verdauungstrakt). Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm in eine von der Darmschleimhaut aufnehmbare Form. Darüber hinaus werden in der Bauchspeicheldrüse Hormone gebildet, die direkt in das Blut überführt werden. Damit ist sie auch eine endokrine Drüse (endokrin „nach innen abgebend“). Dieser endokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse sind die Langerhans-Inseln, eine spezialisierte Gruppe endokriner Zellen, die vor allem für die Regulation des Kohlenhydrat-Stoffwechsels über den Blutzuckerspiegel (durch die Hormone Insulin und Glucagon) sowie von Verdauungsprozessen verantwortlich sind. Durch die Bildung von Somatostatin regeln die Langerhans-Inseln Wachstumsvorgänge.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führt durch die freiwerdenden Verdauungsenzyme zu einer Selbstverdauung des Organs. Bei einer nachlassenden Bildung der Verdauungsenzyme (exokrine Pankreasinsuffizienz) kann die Nahrung nicht mehr ausreichend aufgeschlossen werden. Die häufigste Störung des endokrinen Anteils ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Die Bauchspeicheldrüse des Menschen ist ein etwa 16–20 cm langes, 3–4 cm breites und 1–2 cm dickes keilförmiges Organ. Ihr Gewicht beträgt zwischen 40 und 120 g. Das Organ ist in Läppchen gegliedert, welche auch die Oberfläche charakteristisch strukturieren.[1]

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Retroperitonealraum, also hinter dem Bauchfell, zwischen Magen, Zwölffingerdarm, Milz, Leber und den großen Blutgefäßen des Bauchraums (Aorta und untere Hohlvene). Sie ist kaum atemverschieblich, d. h., im Gegensatz zu anderen Organen der Bauchhöhle wie der Leber verändert sich ihre Position bei der Ein- und Ausatmung nur wenig.


Lage von Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase und Magen
Bauchspeicheldrüse und angrenzende Organe
Langerhans-Insel mit dem sie umgebenden und dunkler gefärbten exokrinen Drüsengewebe
Schema eines Azinus
Aufnahme einer Langerhans-Insel der Ratte
Fluoreszenzmikroskopie:
grün – Betazellen
rot – Alphazellen
blau – Zellkerne
Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse
Bauchspeicheldrüse einer Katze
Schematische Darstellung der Bauchspeicheldrüsenanlagen
Insulinmolekül
Mikroskopisches Bild eines Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse
Histologisches Bild eines Insulinoms
MRCP bei Pancreas divisum, mit c und d sind die beiden Ausführungsgänge beschriftet
Ultraschallbild der Bauchspeicheldrüse
Zur Transplantation vorbereitete Bauchspeicheldrüse mit Blutgefäßen
Verpacktes Schweinepankreas in einem Supermarkt in Hongkong
Bartolomeo Eustachi fertigte die älteste bekannte Zeichnung der Bauchspeicheldrüse an
Samuel Thomas Soemmerring prägte den deutschen Namen ‚Bauchspeicheldrüse‘
Paul Langerhans entdeckte 1869 den endokrinen Anteil der Bauchspeicheldrüse