Patrick Sercu


Patrick Sercu (* 27. Juni 1944 in Roeselare; † 19. April 2019)[1] war ein belgischer Radrennfahrer (1965–1983). Als Bahnspezialist war er auf selbiger dreimal Weltmeister und einmal Olympiasieger. Neben weltbekannten Fahrern wie Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck, Walter Godefroot, Herman Van Springel und Rik Van Looy gehörte er zu den großen belgischen Radrennfahrern der 1960er und 1970er Jahre.

Sercu begann in seiner Amateurzeit als Bahnspezialist in den Kurzzeitdisziplinen, wo er zunächst Weltmeister (Sprint) und Olympiasieger (1000-m-Zeitfahren, 1964 in Tokio) wurde. Im Jahr 1963 gewann Sercu das erste Sechstage-Rennen für Amateure im Rahmen der Brüsseler Sixdays mit Romain De Loof als Partner. Nach seinem Übertritt zu den Profis wurde er noch zweimal Sprint-Weltmeister (1967 und 1969), außerdem mehrfacher Europameister sowie belgischer Meister in verschiedenen Bahn-Disziplinen. Den Grand Prix Amsterdam gewann er 1965, den Grand Prix d’Anvers 1968.

Im Laufe seiner langen Karriere gelang es ihm aber, sich immer stärker zum Allrounder zu entwickeln: Er gewann 19 Etappen beim Giro d’Italia und der Tour de France. Er beendete den Giro d’Italia und 1974 die Tour de France, bei der er die Punktewertung gewann. Außerdem gelang ihm ein 1970 beim Giro di Sardegna ein Rundfahrtsieg

Ein Durchbruch bei den Klassikern gelang ihm jedoch nicht. Dort kam er über einen fünften Platz bei Mailand–Sanremo und zwei zweite Plätze beim Halbklassiker Omloop Het Volk und einem zweiten Platz beim Grand Prix Harelbeke nicht hinaus. Im Jahr 1977 gewann er Kuurne–Brüssel–Kuurne und 1979 den Großen Preis der Dortmunder Union-Brauerei. Seine elf Etappensiege bei den Etappenrennen (Tirreno–Adriatico, Paris–Nizza, Dauphiné Libéré) runden diese Leistung ab.

Zum unumstößlichen Regenten wurde er aber auf seinem angestammten Terrain, der Bahn – von den 223 allwinterlichen Sechstagerennen, bei denen er mitfuhr, gewann er 88. Damit ist Sercu der bisher erfolgreichste Sechstagefahrer.[2] Hier war er der gefragteste Partner und unbestrittene „Boss“ (Rennfahrer-Jargon) auf der Bahn.

Allein die Liste seiner Sechstage-Partner liest sich wie das „Who Is Who“ des Weltradsports: Darunter befinden sich allein


Patrick Sercu als Sprint-Weltmeister der Profis (1967)
Mit Eddy Merckx (r.) beim Rotterdamer Sechstagerennen (1976)
Sercu im Jahre 2008
Olympia-Trikot von Sercu im Koers. Museum van de Wielersport (2012)