Paul VI.


Paul VI. (lateinisch Paulus PP. VI; bürgerlich Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini; * 26. September 1897 in Concesio bei Brescia; † 6. August 1978 im päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo) war von 1963 bis 1978 der 262. Papst der römisch-katholischen Kirche und Oberhaupt des Staates der Vatikanstadt. Wegen seiner prägenden Rolle für den Verlauf des Zweiten Vatikanischen Konzils, seiner Beschlussfassung und der Umsetzung der Entscheidungen gilt er manchen als eigentlicher „Konzilspapst“. Wahrscheinlich hat keiner seiner Vorgänger jemals eine so umfassende kirchliche Gesetzgebung durchgesetzt, wenn auch die gesamte Neufassung des nachkonziliaren Gesetzbuches (Codex Iuris Canonici) erst 1983 publiziert wurde.

Papst Franziskus sprach Paul VI. am 19. Oktober 2014 selig[1] und am 14. Oktober 2018 heilig.[2] Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 29. Mai.[3]

Giovanni Battista (Giambattista) Montini entstammte lombardischem Landadel.[4] Er war der Sohn von Giorgio Montini (1860–1943), der Rechtsanwalt, Verleger der katholischen Tageszeitung Il Cittadino di Brescia und Parlamentsabgeordneter des Partito Popolare Italiano war,[5] und von Giuditta Montini (1874–1943), geborene Alghisi.[6]

Montini studierte von 1916 bis 1920 zunächst in Brescia und zwischendurch an der Gregoriana in Rom, wo er im Lombardisches Seminar lebte,[7] Katholische Theologie. In seiner Studienzeit in Brescia war Giulio Bevilacqua sein theologischer Lehrer und wurde zu einem lebenslangen Freund.[8] Am 29. Mai 1920 empfing in Brescia die Priesterweihe.[9] In demselben Jahr erlangte er in Mailand das Doktorat im Kirchenrecht. Anschließend studierte Montini in Rom an der Päpstlichen Diplomatenakademie und an der Päpstlichen Universität Gregoriana von 1920 bis 1923 ziviles und kanonisches Recht sowie Philosophie.[10]

Seit 1922 arbeitete Montini im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls, wo er, abgesehen von einer kurzen Tätigkeit an der Warschauer Nuntiatur, bis 1954 wirkte. Sein Vater war von 1919 bis 1926 (dem Verbot aller Parteien durch den Faschismus) Parlamentsabgeordneter der katholischen Italienischen Volkspartei (PPI). Nebenamtlich war Montini von 1925 bis 1933 Generalassistent des katholischen Studentenverbandes Italiens (Federazione Universitaria Cattolica Italiana). Als solcher hatte er Auseinandersetzungen mit dem faschistischen Regime. Von 1937 an war Montini als Substitut ein enger Mitarbeiter von Staatssekretär Pacelli, dem späteren Pius XII., den er auf seinen Auslandsreisen begleitete. Während Montini sich nach dem Tode von Kardinalstaatssekretär Luigi Maglione 1944 als Substitut vorwiegend den innerkirchlichen Aufgaben widmete, beschäftigte sich sein Kollege Domenico Tardini mit den kirchenpolitischen Aufgaben. Dabei verkörperte Tardini eher die Tradition, während Montini für viele bereits „die Zukunft“ darstellte.


Paul VI. (offizielles Porträtfoto) Unterschrift Pauls VI.
Kardinal Montini bei der Eröffnung des neuen Hauptsitzes der RAS Holding in Mailand. Foto von Paolo Monti, 1962
Wappen als Papst
Paul VI. beim Zweiten Vatikanischen Konzil
Paul VI. mit Sri Chinmoy (1970er-Jahre)
Aufbahrung im Petersdom (August 1978)
Grablege Pauls VI. in den vatikanischen Grotten der Petersbasilika