Pelzbesatz


Als Pelzbesatz im engeren Sinn werden vor allem mit Pelz belegte Kragen oder Kapuzen verstanden. Weiter gefasst bezeichnet der Begriff jede auf Textilkleidung aufgebrachte Fellapplikation. Bevorzugt besetzt werden, neben dem Kragen, die Kragen- und Vorderkanten, die Ärmelkanten oder Manschetten, der Saum und die Taschenkanten. Insbesondere der Pelzkragen kann, statt fest angenäht, lose oder abnehmbar gearbeitet sein.[1]

Bei einer Pelzjacke oder einem Pelzmantel meint Pelzbesatz einen aus einer zweiten Fellart gearbeiteten Oberkragen.[2]

Wenn der Pelzbesatz eine Verbrämung, also eine Umrandung der Kanten von Textilkleidung ist, kann dieser eine Fortsetzung beziehungsweise das Sichtbarmachen eines Pelzfutters nach außen sein, oder ein alleiniges Besetzen der Kanten. Wobei häufig, auch bei einem pelzgefütterten Kleidungsstück, für die Verbrämung oder den Kragenbesatz eine wertvollere oder für den Besatz geeignetere, attraktivere Fellart als für die Ausfütterung gewählt wird. Eine Sonderform des Pelzkragens ist der glockig fallende Wellenkragen.

Das Besetzen von Kleidern und Mänteln hat eine lange Tradition. Bereits steinzeitliche Malereien in der Höhle von Altamira in Spanien zeigen Jäger mit einem Beinkleid, das mit einem Ziegenfell besetzt ist.[3]

Im Altertum findet sich insgesamt unter den höheren Ständen nur wenig Pelz, lediglich die Landbevölkerung, insbesondere die Hirten, nutzten wärmende Schaf-, Ziegen- oder Fuchspelze.[3]

Das änderte sich völlig nach der sogenannten Völkerwanderung (etwa 375–568). Karl der Große war zwar einfach in seiner Lebensweise und tadelte den Kleideraufwand an seinem Hof, sein Mantel war jedoch, der Zeit entsprechend, pelzbesetzt. Die Hofkleidung wurde prunkhaft, an die Stelle eines einfachen Wamses trat eine zeremonielle Hofkleidung. Als wichtigste Fellarten für Besatz und Innenfutter wurden Zobel, Marder und Hermelin genannt, weniger oft für Deutschland Iltis, Wiesel und Fuchs. Im aufkommenden Bürgertum kleideten sich Kaufherren und Handwerker bald mehr oder weniger in Pelz. Die Kleidungsstücke jener Zeit waren Heuke, Tappert und Schaube. Sie waren mit Grauwerk (Feh) oder noch kostbareren Sorten ausgefüttert. Mächtige, pelzbesetzte Kragen schmückten die Kleidung nach außen. Bei nicht so kostspieligen Ausführungen genügte ein breiterer oder schmalerer Besatz. Fast immer gehörte jedoch der Pelz dazu, sei es nur als schmales Streifchen, das die Schaube, einen Halsausschnitt oder die Mantelschlitze umsäumte.[3]


Rotfuchsbesatz auf Kragen und Manschetten (2018)
Französischer Kavalier, 17. Jh.
„Die neue Linie“ (1939)
Papst Benedikt XVI., hermelingefütterte und -besetzte Winter-Mozzetta (2007)
Hausvogteiplatz (1889)
Pelzkonfektionär Arthur Wolf, Berlin, Katalogseite (1912/13)[29]
Hamburger Bürgermeister, Persianer (1892)
Zwei Skunkfelle, Verarbeitung zu einem Kragen (1895)