Pernstein (Adelsgeschlecht)


Die Herren von Pernstein (tschechisch páni z Pernštejna, auch Pernštejnové) waren ein ursprünglich mährisches Adelsgeschlecht, das später auch in Böhmen Bedeutung erlangte. Mit Vratislav Eusebius erloschen die Pernsteiner 1631 im Mannesstamm. Ihr Name leitet sich von der Burg Pernstein ab.

Nach der Familiensage sollen die Pernsteiner von einem Köhler Věňav abstammen. Nachdem er einen wilden Auerochsen eingefangen hat, führte er diesen dem König vor und erlegte das Tier vor dem König mit einer Axt. Für diese tapfere Tat verlieh ihm der König ein Waldgebiet sowie ein Wappen, das einen Auerochsen mit einem Nasenring darstellt.[1]

Beschreibung: In Silber ein schwarzer Kopf eines Auerochsen mit goldenem Nasenring und roter Zunge en face gestellt. Auf dem Wappen der Kopf wie im Schild über einem goldgekrönter Spangenhelm und die Helmdecken in silberschwarz.

Der erste bekannte Vorfahre der späteren Herren von Pernstein war ein Stephan/Štěpán, dessen Prädikat „von Mödlau“ (z Medlova) von der südlich von Brünn liegenden Ortschaft Medlov (Mödlau) abgeleitet ist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er am 25. September 1208 in einer Urkunde des Olmützer Bischofs Robert, der ihm, einem Sohn Gothards („Stephano, viro nobili filio Gothardi“), die Dörfer Doubravník und Drahonín im Tausch gegen Tuřany und Petrovice übertrug. Das Original der Urkunde befindet sich im Brünner Stadtarchiv. Obwohl das angegebene Jahr 1208 manchmal angezweifelt wird, gilt die Urkunde als der älteste Beleg über die Herren von Mödlau und deren Nachkommen die Herren von Pernstein. Es ist möglich, dass Stephans in der erwähnten Urkunde genannter Vater Gothard (Hotart) in přemyslidischen Diensten stand und Ende des 12. Jahrhunderts im Gefolge des Herzogs Vladislav Heinrich nach Mähren kam.

Der 1208 erstmals urkundlich erwähnte Stephan/Štěpán war Anfang der 1220er Jahre königlicher Burggraf auf der südmährischen Burg Děvičky (Maidenburg). Er gilt als Begründer des Klosters in Doubravník und hatte damals die schon vermutlich volljährigen Söhne Adalbert/Vojtěch, Stephan II./Štěpán II. und Emmeram/Jimram, die sich ebenfalls „von Mödlau“ / „z Medlova“ nannten. Sie setzten die von ihrem Vater begonnene Kolonisierung des Gebiets entlang der Schwarzach fort und errichteten die Burgen Pernstein, Auersperk, Zuberstein und Pysseletz. Die Namen der Burgen benutzten sie bzw. ihre Nachkommen als Namenszusätze.

Stephans/Štěpáns erstgeborener Sohn Adalbert/Vojtěch wurde, nachdem seine Frau früh verstarb, Mönch. 1239–1256 ist er als Propst des Klosters in Doubravník und Kanoniker von Olmütz belegt. Er benutzte auch die Namenszusätze de Lapide (z Kamene) und später de Zuberstein.