Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010


Die Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010 fanden am 31. Oktober 2010 und am 28. November 2010 statt. Infolge des Bürgerkrieges in der Elfenbeinküste wurden die ursprünglich für 2005 vorgesehenen Wahlen mehrfach verschoben. Amtsinhaber Laurent Gbagbo gewann die erste Runde der Wahlen vor seinem wichtigsten Herausforderer Alassane Ouattara.

Nach Angaben der „Unabhängigen Wahlkommission(CEI, Commission Électorale Indépendante de Côte d’Ivoire) hatte Oppositionsführer Ouattara die Stichwahl am 28. November 2010 gegen Gbagbo gewonnen. Der Verfassungsrat (Conseil Constitutionnel) widersprach der Wahlkommission und erklärte Gbagbo zum Sieger. Ungeachtet internationaler Proteste legte Laurent Gbagbo am 4. Dezember 2010 vor dem Verfassungsrat einen Amtseid für eine zweite Amtszeit ab. Kurz darauf legte jedoch auch Alassane Ouattara in einem an den Verfassungsrat adressierten Brief den Amtseid als Staatspräsident ab, so dass die Elfenbeinküste bis April 2011 zwei Präsidenten hatte.[1]

Die Wahlen wurden in einem geteilten Land durchgeführt. Die Rebellen der Forces Nouvelles de Côte d’Ivoire (FN) hielten den Nordteil und Regierungstruppen den Südteil der Elfenbeinküste. Die Teilung des Landes war das Ergebnis des zwischen 2002 und 2007 herrschenden Bürgerkrieges in der Elfenbeinküste, zu dessen Vorgeschichte wiederum der Ausschluss von Kandidaten und Wählern mit Migrationshintergrund aus den nördlichen Nachbarstaaten der Elfenbeinküste unter anderem bei den Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 1995 und 2000 gehört. Die Wahlen waren ursprünglich für 2005 vorgesehen, wurden seitdem aber mehrfach verschoben.


Karte der nach dem Bürgerkrieg geteilten Elfenbeinküste einschließlich der inzwischen aufgelösten Pufferzone zwischen den Bürgerkriegsparteien.
Mehrheiten in den Wahlbezirken nach dem ersten Wahlgang:
  • RDR, Alassane Ouattara, Rassemblement des républicains de Côte d’Ivoire
  • PDCI, Henri Konan Bédié, Parti Démocratique de Côte d’Ivoire
  • LMP, Laurent Gbagbo, La Majorité Présidentielle