Quarz


Quarz, auch Tiefquarz oder α-Quarz genannt, ist ein Mineral mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 und trigonaler Symmetrie. Er ist die auf der Erdoberfläche stabile Form (Modifikation) des Siliciumdioxids und nach den Feldspaten das zweithäufigste Mineral der Erdkruste. Bei einer Temperatur von über 573 °C (unter einem Druck von 1 bar) geht Tiefquarz durch Änderung der Kristallstruktur in Hochquarz über.

Mit einer Mohshärte von 7 gehört Quarz zu den harten Mineralen und dient als Bezugsgröße auf der bis 10 (Diamant) reichenden Skala nach Friedrich Mohs. Er bildet oft gut entwickelte Kristalle von großer Formen- und Farbenvielfalt, deren Kristallflächen Glasglanz aufweisen. Quarz besitzt keine Spaltbarkeit, bricht muschelig wie Glas und zeigt auf den Bruchflächen einen fettigen Glanz.

In der Industrie ist Quarz eines der wichtigsten Minerale und hat gleichermaßen als Baustoff wie als Rohstoff für die Keramik-, Glas- und Zementindustrie weltweite Bedeutung. Quarzkies und gebrochener Quarz sind Rohstoff zur Gewinnung von Silicium.

Darüber hinaus werden Quarz und seine farbigen Varietäten seit alters her als Schmuckstein geschätzt (siehe Verwendung).

Quarzkristalle werden auch künstlich hergestellt: Daraus geschnittene Schwingquarze dienen als Taktgeber in elektronischen Schaltungen und Quarzuhren.

Gelegentlich wird Quarz mit dem Calcit verwechselt, kann jedoch durch seine größere Härte, die niedrigere Doppelbrechung und die Reaktion des Calcits mit verdünnter Salzsäure leicht von diesem unterschieden werden.


Quarzsand vom Coral Pink Sand Dunes State Park, Utah; die Orangefärbung entsteht durch Hämatitauflage.
Morphologie von Linksquarz
Quarzzwilling mit kleinen Hollandit-Büscheln
Japaner Zwilling
Als solche Gerölle („Kieselsteine“) kann man Quarz in der Natur finden
Polierte Bergkristallstückchen
Ametrin aus Bolivien
Milchquarz
Rosenquarz mit Asterismus
Achatscheibe
Projektilspitzen vom Lamoka-Typus (ca. 3500–2500 v. Chr., US-Bundesstaat New York).[16] Die Spitze links besteht aus makrokristallinem Quarz, die mittlere und rechte aus Flint.
3Com OfficeConnect ADSL Wireless 11g Firewall Router 2012-10-28-0866.jpg
Piezoelektryczny rezonator kwarcowy.jpg
Oben ein Schwing­quarz in typischem Metall­gehäuse (in einem Router), darunter geöffnetes Gehäuse mit freilie­gendem Quarz-Scheibchen (etwas größere Bauform als auf dem oberen Bild)
Quarz-Armband­uhr (mit Temperatur­kompensation für höhere Gang­genauigkeit, Hersteller: Seiko)
Verkieselter Korallenstock aus der Tampa-Subformation der Arcadia-Formation (Unter-Miozän von Florida)
Verkieseltes Holz aus dem Mesozoikum von Madagaskar
Schnitte von Achat-„Steinkernen“ aus dem Dekkan-Trapp in Indien: hier ist das Gehäuse­innere größtenteils mit mikro­kristallinem Quarz verfüllt worden, während das eigentliche Gehäuse nicht erhalten ist. Diese spezielle Form der Erhaltung wird auch Fossil­pseudo­morphose genannt.