Ratajki


Ratajki (deutsch Ratteick) ist ein Dorf in Hinterpommern, heute in der polnischen Woiwodschaft Westpommern gelegen. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Sianów (Zanow) im Powiat Koszaliński (Köslin).

Ratajki liegt im Nordosten des Kreises Koszalin, 22 Kilometer von der Kreisstadt entfernt an einer Nebenstraße von Sianów an der Landesstraße 6 (StettinDanzig) über Sowno (Alt Zowen) und Nadbór (Nadebahr) nach Polanów (Pollnow). Die nächste Bahnstation ist Skibno (Schübben-Zanow) an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk. Bis 1945 bestand über Latzig (heute polnisch: Laski) Anschluss an die Kleinbahnstrecke Köslin–Natzlaff (Nacław) (–Pollnow) der Köslin–Belgarder Bahnen.

Ratajki liegt im Bereich der Endmoränen des Baltischen Höhenrückens 70 Meter über NN. bei Höhenunterschieden in der Gemarkung zwischen 43 und 106 Metern. Kleine Bäche markieren die Grenzen zu den Nachbardörfern Kościernica (Kösternitz) mit Mirotki (Eichhof), Szczeglino (Steglin), Sieciemin (Zitzmin), Przytok (Zwölfhufen), Kusice (Kuhtz), Sierakowo Sławieńskie (Zirchow) und Powidz (Friedensdorf).

Ratteick (früher auch Ratteck, Rattegk) ist ein altes, seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesenes Rahmelsches Lehen. Am 21. Februar 1748 verkaufte Ewald Richard von Rahmel eine Hälfte des Dorfes an den Major Jürgen Lorenz von Kleist, die andere Hälfte war damals schon an die Familie von Below gegangen. Claus von Below trat sie aber schon 1699 erblich an Tessen Christian von Kleist ab.

1752 kam das gesamte Lehen in eine Hand unter Hans Joachim von Kleist in Nemitz (heute npolnisch: Niemica), und 1857 kaufte Eugen Andreas Ludendorff (1834–1893) das Gut von der Familie von Kleist. 1890/95 schließlich wurde der größte Teil des Gutes aufgesiedelt. Ein Restgut in der Größe von 212 Hektar blieb bestehen und war 1939 im Besitz von Heinrich Thormeyer, der es an Hans Heinrich Zeidler verpachtet hatte.

In Ratteick mit seinen Ortsteilen Bartelsmühle (polnisch: Jazy) und Glashütte (Borowiec) lebten 1818 lediglich 52 Einwohner. Die Zahl stieg 1885 auf 403, betrug 1939 aber nur noch 295. Die Gemeindefläche umfasste in diesem Jahr 1100 Hektar.