Renaissance


Renaissance [rənɛˈsɑ̃s] (das französische Wort für „Wiedergeburt“) bezeichnet eine sich über drei Jahrhunderte erstreckende europäische Kulturepoche in der Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit. Kennzeichnend war die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike, die zu Maßstäben für daran anknüpfende Renaissance-Werke von Gelehrten und Künstlern wurden. Bahnbrechende neue Perspektiven ergaben sich gegenüber dem Mittelalter insbesondere für das Menschenbild, für die Literatur, die Bildhauerei, die Malerei und die Architektur. Die Epochenbezeichnung selbst gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert.

Als Kernzeitraum der Renaissance wird in der Kunstgeschichte das 15. (Quattrocento) und 16. Jahrhundert (Cinquecento) angesehen. Die zeitliche Ausgedehntheit der Renaissance-Ära, die von den rivalisierenden Stadtrepubliken Norditaliens ausging, erklärt sich nicht zuletzt aus der zeitverschobenen Ausbreitung – mit jeweils unterschiedlichen Ausprägungen – in den Ländern nördlich der Alpen. Der dort zuerst entstandene Buchdruck mit beweglichen Lettern gilt als bedeutendste Errungenschaft in der Technik in der Renaissance. Dabei wird der Epochenbegriff der Renaissance im protestantischen Norden Europas von dem der Reformation überlagert. Die Spätrenaissance wird auch als Manierismus bezeichnet und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts in Italien durch den Barock abgelöst.

Zu Wegbereitern der Renaissance wurden humanistische Gelehrte, welche die Erschließung antiker Schriften, Literatur und sonstiger Quellen für ihre Gegenwart betrieben, weil sie darin orientierende Leitbilder sahen, an die es anzuknüpfen galt. Daraus entstand ein humanistisches Bildungsprogramm, das zur optimalen Entfaltung auf eine Verbindung von Wissen und tugendhafter Betätigung setzte oder auf ein der Erforschung und Erkenntnis gewidmetes kontemplatives Dasein – je nach individuellen Möglichkeiten und gesellschaftspolitischer Konstellation. Charakteristisch für das Menschenbild in der Renaissance wurde die Vielfalt der individuellen Entwicklungsmöglichkeiten. Im Zentrum der humanistischen Reflexionen stand der Mensch mit seiner Sprache und Geschichte.


Die am Arno gelegene Renaissance-Metropole Florenz
Niederländische Renaissance in Antwerpen: das Rathaus (fertiggestellt um 1564)
Originalmanuskript eines 1985 in Erfurt entdeckten Gedichts Petrarcas
Lorenzo il Magnifico mit den Künstlern Verrocchio, Bertoldo di Giovanni, Luca Fancelli, Michelozzo di Bartolomeo, Leon Battista Alberti (von links) und Michelangelo (rechts). Fresko von Ottavio Vannini, 1638–42
Giovanni Pico della Mirandola. Ölgemälde eines unbekannten Malers in den Uffizien
Ansicht der Kathedrale von Florenz von Süden mit Giottos Campanile und Brunelleschis Kuppel
Der vitruvianische Mensch, Proportionsstudie nach Vitruv von Leonardo da Vinci (1492)
Ghirlandaio: Die Geburt Mariä
Masaccio: Die Heilige Dreifaltigkeit
Sandro Botticelli: Der Frühling
Michelangelo: Tondo Doni
Isaaksopfer Lorenzo Ghibertis
Michelangelos David
Reiterdenkmal des Gattamelata
Giambologna: Raub der Sabinerin
Inkrustationen an der Dachfassade der Kirche San Miniato al Monte
Fassade der Kirche Santa Maria Novella
La Rotonda, Andrea Palladio, 1571
Palazzo della Ragione (Basilica palladiana) in Vicenza
Bankett in Renaissance-Interieur, Gemälde von Bartholomeus van Bassen, 1618–1620
Das Haus zum Breiten Herd in Erfurt wurde 1584 errichtet. Es zählt zu den prachtvollsten deutschen Renaissancebauten.
Sandro Botticelli, Gemälde zu einer Novelle aus dem Decamerone, 1487 (Madrid, Prado)
Erasmus porträtiert von Albrecht Dürer (1526)
Gilberts kugelförmiger Magnet „Terrella“ zusammen mit Magnetnadeln
Keplers Modell des Sonnensystems, aus: Mysterium Cosmographicum (1596)
Porträt Francesco Patrizis in seiner Schrift Philosophia de rerum natura, Ferrara 1587
Statue von Leon Battista Alberti im Hof der Uffizien in Florenz