Rhythmische Sportgymnastik


Rhythmische Sportgymnastik (kurz RSG) oder Rhythmische Gymnastik (kurz RG, englisch rhythmic gymnastics) ist eine Turnsportart. Sie ist aus der Wettkampfgymnastik mit und ohne Handgeräten entstanden und wird mit Musikbegleitung durchgeführt. RSG ist vor allem durch gymnastische und tänzerische Elemente gekennzeichnet und erfordert in hohem Maß Körperbeherrschung, Gleichgewichts- und Rhythmusgefühl. Die Rhythmische Sportgymnastik ist ein reiner Frauensport, auch wenn es in den letzten Jahren vor allem in Japan und in Spanien erste RSG-Wettkämpfe für Männer gab.

In der Rhythmischen Sportgymnastik gibt es fünf Handgeräte: Seil, Reifen, Ball, Keule und Band. In den Altersklassen bis zwölf Jahre wird eine Übung ohne Handgerät durchgeführt.

Die Rhythmische Sportgymnastik ist seit 1984 olympisch. In Deutschland wird sie durch den Deutschen Turner-Bund (DTB), in der Schweiz durch den Schweizerischen Turnverband (STV) und in Österreich durch den Österreichischen Fachverband für Turnen (ÖFT) vertreten. International wird die Rhythmische Sportgymnastik genauso wie Allgemeines Turnen, Gerätturnen, Trampolinturnen, Sportaerobic und Sportakrobatik durch die FIG (Internationaler Turnverband) und die UEG (Europäische Turnunion) repräsentiert.

Meist beginnen die Mädchen sehr früh mit der Sportart und erreichen ihren Leistungshöhepunkt mit circa 15 bis 22 Jahren. In der Regel beenden die Gymnastinnen ihre Karriere vor dem dreißigsten Lebensjahr.

Die Fähigkeit, schnell mit veränderten motorischen Situationen fertig zu werden und ggf. neue Aufgaben zu meistern, ist wachstumsunabhängig und zeichnet sportliche Talente aus.[1] Beim Vergleich von 41 italienischen Spitzensportlerinnen der Rhythmischen Sportgymnastik mit 59 Athletinnen derselben Sportart, die auf regionaler Ebene aktiv waren, zeigte es sich, dass die Besten hoch signifikant schneller neue Übungselemente lernen konnten. Die Schnelligkeit und vor allem die Genauigkeit des Lernens neuer Übungen gilt als der beste Indikator zur Talentbestimmung – besser als die gängigen Fertigkeitstests.[2]

Im Code of Points (CoP) werden von der FIG alle Regeln festgelegt. Er wird jedes Jahr überarbeitet, um den Fortschritt der vergleichsweise jungen Sportart zu ermöglichen und eine möglichst objektive Bewertung zu gewährleisten. Zuletzt wurde 2017 ein vollkommen neuer CoP veröffentlicht und die Bewertung der Übungen stark verändert. So wurde zum Beispiel die maximal zu erreichende Punktzahl abgeschafft. Die Bewertung ist somit nach oben offen, es gibt keine perfekte Note mehr.


Rhythmische Sportgymnastik (Keulen)
Sporthilfe-Zuschlagmarke zur Einführung der RSG bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles
Junge Gymnastinnen beim Training
Spagatsprung mit Rückbeuge
RSG-Gruppe
Jewgenija Kanajewa, Olympiasiegerin 2008 und 2012