Ringelheim


Salzgitter-Ringelheim ist der sechstgrößte von insgesamt 31 Stadtteilen der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen. Ringelheim liegt im äußersten Südwesten des Stadtgebietes an der Innerste und zählt zur Ortschaft Süd. Ringelheim gehörte bis zum 31. März 1942 zum Landkreis Goslar und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich in Salzgitter umbenannt.

Ringelheim entstand in vorfränkischer Zeit an der Kreuzung zweier Heeres- und Handelsstraßen (Braunschweig, Goslar, Hildesheim). Es hatte die Gerichtsbarkeit im Salzgau des heutigen Salzgitteraner Südens. Um 940 gründete Graf Immat aus dem Geschlecht der Immedinger ein königliches Jungfrauenstift. In der Schutzurkunde von König Otto I. aus dem Jahre 941 wurden die Ländereien des Stiftes genannt. Danach hatte Graf Immad dem Stift seine Besitztümer aus der Umgebung Ringelheims in Wendhausen, Othfresen, Jerstedt, Wallmoden, Nauen, Sehlde, Gustedt, Haverlah und Vöppstedt (auf dem Gebiet des heutigen Salzgitter-Bad) übertragen.[1]

1152 wurde die Abtei in ein Benediktinerkloster für Männer umgewandelt und dem Bistum Hildesheim unterstellt. 1523 beendete der Quedlinburger Rezess die Hildesheimer Stiftsfehde und teilte mit Großteil des ehemaligen Großen Stiftes auch Ringelheim dem Herzogtum Braunschweig zu. In der Folge wurde Ringelheim ab 1568 protestantisch. 1578 brach die Pest aus, so auch im Badehaus in Ringelheim. Im Dreißigjährigen Krieg lag Ringelheim zwischen den Heeren Tillys (Oelber am weißen Wege), Wallensteins (Liebenburg) und Christians IV. von Dänemark (Wolfenbüttel). In der Schlacht bei Lutter am Barenberge unterlag Christian und floh über Ringelheim nach Wolfenbüttel, das er noch in der gleichen Nacht erreichte. Nach der Schlacht bei Thiede 1641 schlossen die Herzöge Frieden mit dem Kaiser und stimmten im Goslarer Akkord der Rückgabe des Großen Stifts und damit auch Ringelheims an das Hochstift Hildesheim zu. Das Kloster wurde den Benediktinern zurückgegeben.

Bei einem großen Feuer 1711 wurden fast alle Häuser Ringelheims zerstört. Die meisten Höfe sind erst nach dem Brand errichtet worden; das älteste Wohnhaus, das noch heute steht, stammt von 1703/04. Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 wurde das Kloster säkularisiert und an den preußischen Feldmarschall von der Schulenburg-Kehnert übertragen. Dieser verkaufte es 1817 an von Graf Friedrich von der Decken, der es in ein Schloss umwandelte. 1847 legte sein Sohn Adolf den weitläufigen englischen Schlosspark mit dem verzweigten Seesystem an.

1856 wurde Ringelheim an das Eisenbahnnetz angeschlossen („Braunschweigische Südbahn“ Braunschweig–Wolfenbüttel–BörßumSalzgitter–Ringelheim (Harz)–SeesenKreiensen). 1875 folgte eine zweite Strecke (Hannover–Hildesheim–Derneburg–Ringelheim (Harz)–Goslar) und ein Bahnhofsgebäude, das lt. Salzgitter Zeitung vom 30. Mai 1995 im Jahr 1990 abgerissen wurde.


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